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Lokales

12. Dezember 2017 | 19:20 Uhr

Neuhof : Im Dorfteich stinkt es zum Himmel

vom

Es stinke seit zwei Wochen regelrecht zum Himmel, monieren Anwohner und zeigen angewidert auf ihren Dorfteich namens Suhdwohl. Als auch noch tote Fische auf dem Gewässers treiben, alarmieren sie das Amt Biosphärenreservat Schaalsee.

svz.de von
erstellt am 05.Jan.2012 | 11:20 Uhr

Es stinke seit zwei Wochen regelrecht zum Himmel, monieren Anwohner und zeigen angewidert auf ihren Dorfteich namens Suhdwohl. Als auch noch tote Fische bäuchlings an der Oberfläche des etwa 30 mal 60 Meter großen Gewässers treiben, alarmieren sie das Amt Biosphärenreservat Schaalsee.

"Wir haben uns den offensichtlich biologisch völlig umgekippten Dorfteich angeschaut und sofort die Untere Wasserbehörde des Landkreises Ludwigslust-Parchim informiert", sagt Ranger Sven Schmidt. Er kennt das Gewässer und weiß, dass unter fachlicher Anleitung des Biosphärenreservates vor Jahren der Teich durch sogenanntes Ausmoddern saniert worden sei.

"Das Wasser kocht ja fast, das bedeutet nicht Gutes", meint Klaus Grossmann von der Unteren Wasserbehörde, während er mit einem Helfer zusammen Proben an zwei Orten entnimmt. "Der Sauerstoffgehalt liegt gerade mal noch bei einem Milligramm pro Liter. Da kann kein Fisch mehr überleben. Bei weniger als drei Milligramm bedeutet das höchste Gefahr für alle Fischarten", erklärt der Fachmann weiter. Die derzeit ungewöhnlich hohen Außentemperaturen von um die zehn Grad hätten aller Wahrscheinlichkeit nach die Katastrophe überdies beschleunigt. "Wären es nur vier Grad Celsius gewesen, wäre vielleicht gar nichts passiert."

Was zum Fischsterben geführt hat, kann und will Grossmann angesichts der mit ihren Bäuchen nach oben treibenden Schuppentieren nicht aus dem Stegreif sagen. Möglicherweise sei ein sauerstoffbindender Stoff in das Gewässer gelangt. Um welche Substanz es sich dabei handeln könnte und wie dieser in den Teich gekommen sei, wäre derzeit noch völlig unklar. "Unsere Ermittlungen beginnen ja jetzt erst. Hinzu kommt, dass der Auslöser wahrscheinlich schon vor zwei Wochen den Teich passiert hat. Jetzt noch die Ursachen zu erforschen, ist etwas schwierig."

Was der Experte auf jeden Fall jetzt schon weiß, ist die Erkenntnis, dass es einer sehr langen Zeit bedarf, bis der Dorfteich sein ökologisches Gleichgewicht wieder erlangt haben werde. "Das kann sogar Jahre dauern." Wenn dann noch Enten an ihren Füßen und Gefieder Fischlaich mitbrächten, habe das Gewässer gute Chancen, sich zu erholen. "Viel Regen und frisches Wasser aus der Schneeschmelze wären jetzt gut, damit sich das Gewässer wieder erholen kann", sagt Klaus Grossmann, während er sich Notizen macht und seine Utensilien in den feuerroten Pickup verpackt.

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