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Kritiker fordern mehr Transparenz und Mut zu Veränderungen : IHK will 2012 die Beiträge senken

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IHK-Präsident Hans Thon ist verwundert über die neue Welle von Kritik an der Arbeit des Präsidiums in Schwerin: nicht nachvollziehbare Gehaltsunterschiede, mangelhafte Überstundenvergütung, ...

Schwerin | IHK-Präsident Hans Thon ist verwundert über die neue Welle von Kritik an der Arbeit des Präsidiums der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin. "Es geht nicht alles so schnell, wie wir bei Amtsantritt erhofft hatten, aber wir sind auf gutem Weg", sagt Thon. Kritische Mitglieder sehen dies keineswegs so: "Die neuen Besen sind stumpf geworden", sagt ein Schweriner Unternehmer. Hinzu kommt Unzufriedenheit innerhalb der Mitarbeiterschaft: Keine Ansprechpartner für die Belegschaft, mangelhafte Überstundenvergütung, nicht nachvollziehbare Gehaltsunterschiede, lauten nur einige der Kritikpunkte.

"Um die eingeforderte Transparenz und Effizienz zu erreichen, hätte man mit dem alten Kungelkurs mit dem Hauptamt brechen müssen", sagt ein Mitglied der Vollversammlung. Doch schon die Bestellung des früheren Rothe-Stellvertreters Ulrich Unger zum neuen Hauptgeschäftsführer - übrigens ohne Ausschreibung oder Stellendefinition, wie ein anderes Mitglied des Gremiums kritisch anmerkt - habe diesen Schnitt vermissen lassen. Dies setze sich nun fort in Ungereimtheiten bei Neueinstellungen, die das Hauptamt ohne Konsultation mit der Vollversammlung vorgenommen habe. Das höchste Gremium der Kammer habe weder Einblick in die Gehaltsstrukturen des Hauptamtes noch in die Aufgabenverteilung. Von Transparenz sei man weit entfernt. "Vom einstigen Reformwillen ist bei der neuen Führung nicht viel übrig geblieben, seit ihr der Gegenwind heftig ins Gesicht bläst", konstatiert ein weiterer Unternehmer und Mitglied der 44-köpfigen Vollversammlung. Auch er will seinen Namen nicht öffentlich genannt wissen, denn "Ehrenamt soll keinen privaten Stress machen", begründet er.

IHK-Präsident Thon begegnet den Kritikern offensiv: "Personalangelegenheiten sind Sache des Hauptamtes, die Personalhoheit liegt beim Hauptgeschäftsführer", betont er. Und dass die Senkung der Mitgliedsbeiträge, eines der Hauptziele der neuen Führung, nicht erreicht sei, hänge ausschließlich mit dem enormen Schuldenberg zusammen, der übernommen wurde. "Ohne das Ludwig-Bölkow-Haus wären wir längst auf dem Niveau von Rostock und Neubrandenburg", sagt Thon. Beiträge könnten erst gesenkt werden, wenn die Schulden abgetragen seien. Und dieser Zeitpunkt rücke jetzt heran. Wenn die Vollversammlung zustimme, könnten die Beiträge der Schweriner IHK im nächsten Jahr gesenkt werden.

Thon bezieht auch zu den anderen Kritikpunkten Position: Die Mitglieder würden längst besser informiert als früher und enger in die Arbeit der Kammer eingebunden, sagt er und verweist auf die Entwicklung des neuen Leitbildes der IHK, die Erarbeitung des Zukunftskonzepts 2020, das Strategiepapier zur Energiepolitik. "Wir haben neue Foren geschaffen, wir bringen Leute und Ideen zusammen. Das Präsidium bereitet mit den Vorsitzenden der Ausschüsse vor, die Beschlüsse aber fasst die Vollversammlung", so der IHK-Präsident. Dort sei auch der richtige Ort, strittige Fragen auszudiskutieren.


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erstellt am 21.Jun.2011 | 07:15 Uhr

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