"Ich hatte zu keinem Zeitpunkt Angst"

Der Eisangler vom Sternberger See: Die Polizei holt ihn in der vergangenen Woche vom Eis. Es war sicher, sagt er. Manja Nowitzki
Der Eisangler vom Sternberger See: Die Polizei holt ihn in der vergangenen Woche vom Eis. Es war sicher, sagt er. Manja Nowitzki

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23. März 2010, 09:42 Uhr

Sternberg | Viel Aufregung um nichts? Als G. (Name ist der Redaktion bekannt) den Artikel in der SVZ am 19. März liest, schüttelt er den Kopf. Es war doch gar nicht gefährlich.

Der Schweriner hat am vergangenen Donnerstag auf dem Sternberger See geangelt. Der See war noch zugefroren. Der letzte schöne Angeltag des Winters sollte es für ihn werden. Es endete mit einem Einsatz von Polizei und Feuerwehr. Passanten riefen die Polizei, als sie einen Mann auf dem Sternberger See entdecken. Seit einigen Tagen herrschten milde Temperaturen, die Sonne ließ Schneeberge am Straßenrand schmelzen. Die Spaziergänger machten sich Sorgen um den Angler. Die Polizei auch. Sie forderten ihn auf, vom Eis zu kommen.

Mittlerweile war ein Freund des 37-Jährigen an der Badestellen eingetroffen. Er rief seinen Kumpel mitten auf dem See an. "Als er mir gesagt hat, dass die Polizei da ist und ich vom Eis kommen soll, habe ich das für einen Scherz gehalten", sagt der Schweriner der SVZ. "Ich habe einfach aufgelegt." Dann der zweite Anruf. Er bemerkt, dass es kein Scherz ist. "Ich habe zusammengepackt und gesagt, dass ich komme runter." Zu diesem Zeitpunkt alarmierten die Beamten die Feuerwehr. Wehrführer Eckhardt Meyer rückte mit dem Rettungszug aus. Sie sollen helfen, sollte der Angler einbrechen.

"Ich angele seit 20 Jahren. ", sagt der 37-Jährige. "Bevor ich auf den See gegangenen bin, habe ich kontrolliert, wie dick die Eisschicht wirklich ist." Vor dem Steg schlug er ein Loch in das Eis. Gut 25 Zentimeter maß er. Vor dem Sprungturm schlug er noch ein Loch. Wieder ist das Eis gut 25 Zentimeter dick. Immer wieder hackt er Löcher. "In den Dehnungsrissen war noch kein Wasser", erklärte er. "Es war nicht gefährlich."

Richtig, sagt Fischer Jörg Rettig. "Das Eis war dick genug." Sein Vater, Johann George, hat das in der vergangenen Woche beobachtet. Wenn es schmelze, laufe am Ufer Wasser in den See, sagt Jörg Rettig. Das bedeute aber nicht, dass die Eisfläche brüchig ist. Die Fischer testen die Stärke einer Eisfläche auf Seen mit einer Stahlspitze, die an einer Stange befestigt ist. Sie wird auf das Eis geschlagen. Bricht sie nicht ein, kann man gefahrlos auf einen zugefrorenen See gehen.

Als der Angler in der vergangenen Woche auf den Sternberger See ging, hatte er vorher Löcher gehackt. Aus Sicht des Fischers richtig. "Man muss sich damit aber auskennen", sagt Jörg Rettig eindringlich. Vom der Polizei wird in einigen Tagen wohl eine Rechnung beim Eisangler eintrudeln. Revierleiter Wolfgang Klein hatte das veranlasst.

Ob der Mann das wirklich zahlen muss, das müsse geprüft werden, hieß es aus dem Büro des Bürgerbeauftragten des Landtages. Den Bescheid könne er erst einmal anfechten. Dann werde geschaut, ob die Entscheidung der Polizisten am See ordnungsgemäß sei.

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