Hunger auf Fisch wächst

Fänge wie dieser von Fischer Bernd Schütze gezeigte Ostsee-Dorsch werden immer seltener. Foto:  dpa
Fänge wie dieser von Fischer Bernd Schütze gezeigte Ostsee-Dorsch werden immer seltener. Foto: dpa

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03. Dezember 2008, 09:27 Uhr

Rostock | Weltweit stammt jeder dritte Fisch auf dem Teller bereits aus einer Aquakultur-Produktion. Tendenz steigend. Zwischen 1990 und 2006 hat sich die Menge an kontrolliert aufgezogenen Fischen weltweit verdreifacht. "Vor allem Asien ist ein extrem boomender Markt", sagt Dr. Sigrid Sagert von der Universität Rostock. Dort kommen aber vor allem Netze und Käfige zum Einsatz. Mit Fischen gefüllt, werden diese ins offene Meer gesetzt. "Eine Methode, die in der Ostsee nicht realisierbar wäre", so Sagert. Die Abfälle, die beim Füttern der Tiere herunterfallen, bringen das ökologische Gleichgewicht durcheinander.

In Deutschland beschäftigen sich Forscher daher mit der Frage, wie so genannte Kreislauf-Anlagen verbessert werden können. "Die Überfischung der Meere zwingt uns ganz einfach dazu", sagt Sagert.

Bis zu 90 Millionen Tonnen Meeresfisch werden auf der ganzen Welt jedes Jahr gefangen. "Und mehr werden es in Zukunft nicht", sagt der Biologe Dr. Christof Schygula. Gleichzeitig essen immer mehr Menschen immer häufiger Fisch. "Etwa 15,5 Kilogramm sind es pro Person im Jahr in Deutschland", so Schygula. Das sind rund 20 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren.

Experten vermuten, dass der Fischverbrauch in den kommenden Jahren sogar weiter steigen wird. Und diese Lücke zwischen vorhandenen und zum Verzehr benötigten Tieren, so Schygula, "muss mit Fischen aus Aquakulturen ausgeglichen werden."

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