Hundertwasser zu Gast im Zebef

<strong>Kunstobjekte: </strong>Die bemalten Rohre und der Stuhl werden in einer Ausstellung zu sehen sein.
1 von 2
Kunstobjekte: Die bemalten Rohre und der Stuhl werden in einer Ausstellung zu sehen sein.

svz.de von
19. Juli 2012, 10:16 Uhr

Ludwigslust | Wenn die Kreativität acht- bis 13-jähriger Kinder und die abstrakten Bildermotive Friedensreich Hundertwassers aufeinander treffen, sind leuchtende Kunstwerke garantiert. Diese ungewöhnliche Symbiose ist aktuell im Zebef zu beobachten.

In einem einwöchigen Feriencamp setzen sich hier sechs junge Mädchen mit dem österreichischen Künstler auseinander, dessen Bilder vor allem durch intensive Farben dominiert werden. "Jedes Jahr nehmen wir uns einen Künstler heraus, dessen Werke wir erkunden und mit dem wir uns näher beschäftigen", erläutert der freischaffende Künstler Klaus Freytag, der die Kinder bei ihrer Arbeit unterstützt. Nach Joan Miró, Pablo Picasso und "Der Blaue Reiter", steht in diesem Jahr Friedensreich Hundertwasser im Mittelpunkt der Kunsttage.

"Wie er lebte und arbeitete, haben wir uns zu Beginn der Woche im Dokumentarfilm ,Hundertwassers Regentag’ angesehen", erzählt Freytag. Davon angeregt konnten dann Leinwände nach bekannten Werken Hundertwassers, bemalt werden. "Zuerst wurde eine Vorlage auf die Leinwand gezeichnet und nach dieser dann gemalt", ergänzt Nargiz Alieva, die die Kunsttage leitet. Worauf es dabei besonders ankommt, haben die jungen Künstler, ganz nach ihrem großen Vorbild, schnell verinnerlicht. "Wichtig sind dünne Pinsel und Linien und viele Farben", weiß zum Beispiel die 13-jährige Marie zu berichten. Und auch jede Menge Wissen zum Künstler hat sich in den Tagen angesammelt. So erzählt die achjährige Noemie: "Immer wenn es geregnet hat, hat er viele Regentropfen gemalt", und Lisa ergänzt: "Er hat 700 Bilder gemalt und meinte, dass es aber noch wenig für sein Alter sind."

Und auch sonst dreht sich in den fünf Tagen alles um das Multitalent Friedrich Stowasser, der seinen Künstlernamen nach der deutschen Übersetzung seiner russischen Namenssilbe "Sto" = hundert (d. Red.) wählte. So bildeten Spiele, eine Nachtwanderung und ein Lagerfeuer den weiteren Rahmen, bevor der Besuch des Hundertwasser-Bahnhofs in Uelzen noch einmal Inspiration für weitere Werke freisetzte. Anschließend entstanden verzierte Rohre und ein bunt bemalter Stuhl. "Dies soll zeigen, dass nicht nur auf Leinwänden, sondern auch aus Objekten sehr gut Kunst werden kann", beschreibt Klaus Freytag den Grundgedanken.

Alle in diesem Zeitraum entstandenen Kunstwerke werden im Oktober in der Ausstellung "Malschule 2012" im Zebef e.V. gezeigt. Ganz nach dem Ausspruch Hundertwassers, der bereits 1975 äußerte: "Nur wer schöpferisch denkt und lebt, wird überleben im Diesseits und im Jenseits."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen