Gadebusch und Grevesmühlen : Hunde als sichere Steuerquelle

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Im Landkreis Nordwestmecklenburg müssen sich Hundehalter auf höhere Steuern einstellen. Die Stadt Gadebusch hebt den Steuersatz von 31 auf 45 Euro an. Die Neuregelung gilt ab dem 1. Januar 2011.

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22. November 2010, 10:14 Uhr

Nordwestmecklenburg | Im Landkreis Nordwestmecklenburg müssen sich Hundehalter möglicherweise auf höhere Steuern einstellen. Die Stadt Gadebusch hebt den Steuersatz von 31 auf 45 Euro an. Die Neuregelung gilt ab dem 1. Januar 2011. Ab dann gilt auch: Der Steuersatz für den zweiten Hund beträgt 70 Euro (derzeit 60 Euro), für den dritten und jeden weiteren Hund müssen die Hundehalter 90 Euro (derzeit 75 Euro) zahlen. Für die so genannten Listenhunde, zu denen Hunde zählen, die bissig oder ihren Charaktereigenschaften nach als gefährlich einzustufen sind, müssen die Gadebuscher ab dem kommenden Jahr eine Abgabe in Höhe von 614 Euro zahlen.

Auch die Stadt Grevesmühlen will die Hundesteuer der Ortsgemeinden erhöhen. "Wir planen eine Angleichung an den Steuersatz der Stadt, denn die sind unterschiedlich", sagt die Pressesprecherin der Stadt, Regina Hacker. Zurzeit beträgt die Hundesteuer in der Kreisstadt für den ersten Hund 40,92 Euro, Hundebesitzer in den Ortsgemeinden zahlen bisher nur 20,40 Euro. Das soll sich zum 1. Januar jetzt ändern. "Die Anhebung ist im Haushaltssicherungskonzept vorgesehen", so Hacker weiter.

In Wismar und Rehna können die Hundehalter dagegen aufatmen. Die Städte planen keine Erhöhung der Steuersätze. "In Rehna gibt es keinen Anlass dazu", sagt Hauptamtsleiter Bernd Karnatz. Derzeit müssen die Tierfreunde an die Stadt 50 Euro für einen Hund, 90 Euro und 180 Euro für den zweiten und dritten Hund jährlich zahlen. Damit liegt die Klosterstadt nahezu gleichauf mit der Hansestadt. Denn dort sind die Steuersätze für Bello und Co. am höchsten. Demnach zahlen die Wismarer je nachdem wie viele Hunde gehalten werden, 90, 120 und 144 Euro Steuern im Jahr. Lediglich bei der steuerlichen Abgabe für Kampfhunde zahlen die Wismarer weniger als die Rehnaer. Denn dort zahlen die Besitzer am meisten: 800 Euro jährlich für die Haltung eines Listenhundes. Das sind 500 Euro mehr als in der Kreisstadt und 164 Euro mehr als in Wismar. Hundebesitzer, die ihre Hunde in ihrer Gemeinde gar nicht erst anmelden und erwischt werden, muss nicht nur mit einer Anzeige rechnen, sondern auch ein hohes Bußgeld zahlen. Die Stadt Gadebusch ist Steuersündern bereits auf der Spur. Eine genaue Auflistung ergab, dass zehn Hunde mehr in der Stadt leben, als angemeldet sind.

In Deutschland leben rund fünf Millionen Vierbeiner, die sich auf zehn Millionen Haushalte verteilen. Die Zahl der Hundebesitzer schwankt, da nicht alle Halter ihren Hund in ihrem Wohnort angemeldet haben. Dadurch gehen den Kommunen jährlich tausende Euro Steuereinnahmen verloren.

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