Hund trägt Haare kurz im Sommer

<fettakgl>Nachher:</fettakgl> Mit Schere und Elektroschneider hat die Hundefriseurin aus Simba optisch ein anderes Tier gemacht.
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Nachher: Mit Schere und Elektroschneider hat die Hundefriseurin aus Simba optisch ein anderes Tier gemacht.

svz.de von
02. Juli 2010, 07:58 Uhr

Sternberg | Simba knurrt und beißt zu. Eine dreiviertel Stunde später ist aus dem Mischling mit langer Zottelmähne ein kurzgeschorener Schmusehund mit der Niedlichkeit eines Welpen geworden. Angelika Gaube hat einen Berg von Haaren zu ihren Füßen - jetzt im Sommer spürt die Hundefriseurin Hochkonjunktur. Bis zu vier Hunde täglich schert sie, bei Bedarf gibt es das volle Programm: Waschen, Schneiden, Fönen. 35 Grad Hitze - da wollen auch Hunde nicht im dicken Pelz schwitzen. Das Interesse von Hundehaltern an einer Pflege für den Liebling nehme zu: "Es spricht sich rum", sagt Gaube, die seit etwas zehn Jahren Hunde frisiert. Die weiteste Anreise habe derzeit ein Vierbeiner aus Ribnitz-Damgarten.

Nur Simba hat heute keine Lust. "Er ist das erste Mal hier", sagt Angelika Gaube. Trotz des Knurrens greift sie den Hund, weicht seinem Schnappen aus und platziert das Fellknäuel auf einem Tisch. "Wenn er hier oben ist, dann ist es mein Hund", sagt Gaube und lacht. Plötzlich hört Simba auf zu zittern und erduldet - mit einer Leine befestigt - Schere, Elektroschneider und mehr. "Das ist Stress für die Tiere", sagt Angelika Gaube. Immer wieder spricht sie mit warmer Stimme auf den Hund ein: "Fein, das machst du aber toll." Dann blickt sie hoch: "Es ist wie bei Kindern."

Zu Gaubes Füßen wuselt Angie, ein weiterer Mischling, herum - bereits mit Kurzhaarfrisur ausgestattet. Plötzlich verliert Angie überall im Salon Kötel. Angelika Gaube schmunzelt und kehrt den Dreck zusammen.

Über eine Ich-AG machte sich die Sternbergerin vor Jahren mit dem Hundesalon am Mecklenburgring selbstständig. Seit 20 Jahren züchtet sie Wes-ties, die kleinen drahtigen Terrier. So sei sie zur Pflege der Tiere gekommen: vom Hobby zum Beruf. Ein Service, der bei Herrchen und Frauchen ankommt: Je nach Beschaffenheit werde das Fell getrimmt oder geschnitten. Waschen sei möglich. Vom Baden der Tiere mit Shampoo rate sie Haltern aber ab (Ausnahme: Pudel), weil die Haut ihren Schutzmantel verliere. Aber: "Wasser schadet nie." Faustregel: "Alles, was der Hund allein macht."

Die richtige Pflege sei für jedes Tier unterschiedlich, nicht immer greift sie zu einer ihrer vielen Scheren. "Einen Husky, der viel gehaart hat, habe ich zwei Stunden lang nur gekämmt", so Gaube. Ein großes Thema im Sommer: Entkletten. Überall hängen die kleinen Kletten im Fell von Tieren. Auf Wunsch würde Angelika Gaube auch extravagante Wünsche am Hund erfüllen. Ein originelles Muster im Fell? "Ich würde es machen", sagt sie. Danach gefragt habe aber noch niemand. Derzeit sei die Hitze ein Thema - Trend: Kurzhaarfrisur.

Die Sternbergerin ist zur Hundepflege auch in der Region unterwegs, verpasst robusten Dorfhunden ein neues Aussehen. Zum Beispiel besuche sie ältere Damen, die ohne Auto mit ihrem Liebling gar nicht in die Stadt kommen können. Da sei dann auch mal harte Arbeit am stark verschmutzten Fell angesagt. Gaube: "Ich ziehe mich hinterher um, gehe duschen - das wars."

Ungefährlich ist der Job der Hundefriseurin nicht. Bisse gehörten dazu. Einmal sei sie von einem großen Hund so verletzt worden, "dass es genäht werden musste". Viel Gefühl habe das Pflegen eines Hundes gefordert, der unter epileptischen Anfällen litt. Auch Katzen verlieren hin und wieder Haare im Salon von Angelika Gaube, sogar Langhaar-Kaninchen habe sie schon geschoren.

Etwa 45 Minuten sind rum, Mischling Simba ist lammfromm in Angelika Gaubes Händen. Am liebsten schere sie die Hunde, "die ich selbst gezüchtet habe. Wenn sie meine Stimme hören, freuen sie sich", so Gaube. Bei ängstlichen Hunden dagegen löse ihre Stimme schon mal Panik aus: "Die wollen dann am liebsten wieder zur Tür raus", sagt sie und lacht.


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