Auf Spurensuche : Hubschrauber suchen Vermisste und Drogen

Landesweit im Einsatz: Thomas Helm (l) und Pilot Thomas Dumke bereitet die Wärmebildkamera für den nächsten Flug vor.dpa
Landesweit im Einsatz: Thomas Helm (l) und Pilot Thomas Dumke bereitet die Wärmebildkamera für den nächsten Flug vor.dpa

Die beiden Helikopter der Hubschrauberstaffel Mecklenburg-Vorpommern haben in den vergangenen Jahren vielen Menschen das Leben gerettet. Ein wesentlicher Baustein dieses Erfolgs sei die Wärmebildkamera.

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10. Dezember 2010, 08:35 Uhr

Rostock | Die beiden Helikopter der Hubschrauberstaffel Mecklenburg-Vorpommern haben in den vergangenen Jahren vielen Menschen das Leben gerettet. Wie der Sprecher der Wasserschutzpolizei, Hartmut Richter, sagte, waren die jeweils etwa vier Millionen Euro teuren Hubschrauber 2009 insgesamt 108 Mal zur Vermisstensuche unterwegs, in 90 Prozent der Fälle konnten die Vermissten lebend gefunden worden. Für das Jahr 2010 sei mit einer ähnlichen Erfolgsquote zu rechnen. Ein wesentlicher Baustein dieses Erfolgs sei die Wärmebildkamera.

Die Polizeihubschrauberstaffel ist der Wasserschutzpolizei angegliedert, die Entscheidung über die Einsätze wird im Lagezentrum des Innenministeriums getroffen. Seit Juni dieses Jahres sind die Hubschrauber samt den 17 Mitarbeitern im alten Flughafenterminal Rostock-Laage untergebracht. Dieser war für rund 1,6 Millionen Euro umgebaut worden. Die Wärmebildkamera kann minimale Temperaturunterschiede erkennen, wie Richter sagte. "Die Suche wird meist zu einem Zeitpunkt angefangen, wenn die gesuchte Person noch lebt." Die hohe Erfolgsquote sei damit zu erklären, dass ein menschlicher Körper nur sehr langsam auskühlt.

Seit 2005 wird die Kamera im Zusammenwirken mit dem Landeskriminalamt auch bei der Suche nach Cannabis-Plantagen eingesetzt, die viel Licht und Wärme brauchen. 2010 war der Hubschrauber bislang zu elf solcher Einsätze unterwegs. Darüber hinaus dienten die Hubschrauber auch zur Beobachtung von Fußballfans. "Mit diesen Informationen werden die Polizeiführer in die Lage zu versetzt, die Bodenkräfte zu führen", sagte Richter.

"Der große Vorteil der Hubschrauber ist, dass sie in maximal 40 Minuten jeden Ort in Mecklenburg-Vorpommern erreichen können", sagte Richter. Um sie startklar zu machen, brauche es maximal acht Minuten, eine Besatzung sei permanent in Bereitschaft. Eine Flugstunde inklusive aller Personalkosten werde mit etwa 4000 Euro veranschlagt.

Richter war selbst schon an mehr als 50 Suchen nach Kindern beteiligt. "Wenn man in die tränenden Augen der Angehörigen schaut, die sich für die erfolgreiche Suche bedanken - das ist schon etwas Faszinierendes." Besonders beeindruckend sei der Fall eines zwölfjährigen Mädchens in der Nähe von Stralsund gewesen, das im Juni 2009 seinen Schulbus verpasst hatte. Es wollte dann zehn Kilometer zu Fuß durch einen Wald nach Hause laufen und hatte sich verirrt. In der Dunkelheit wurde es vom Hubschrauber entdeckt und lief dann im Lichtkegel des Suchscheinwerfers zu einer Lichtung, wo es erwartet wurde.

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