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Bank verfügt Zwangsversteigerung : "Horrorhaus" kommt untern Hammer

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Im Spätsommer des zurückliegenden Jahres war am Mühlenberg ein Abrissbagger angerückt, um das einsturzgefährdete Haus teilweise einzureißen. Zurück blieb eine Ruine, die viele Parchimer bis dato auf die Palme bringt.

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erstellt am 25.Jan.2011 | 09:20 Uhr

Parchim | Wenn am kommenden Montag (31. Januar) um 10.30 Uhr in Saal 6 des Parchimer Amtsgerichtes am Moltkeplatz die Zwangsversteigerung des Grundstückes von "Parchim Blatt 11999" zum Aufruf kommt, geht es dort um eine stadtbekannte Immobilie. Hinter den nüchternen Daten "Laufende Nummer 1, Gemarkung Parchim, Flur 58, Flurstück 314, Am Mühlenberg 12, Gebäude- und Freifläche, 221 Quadratmeter groß" verbirgt sich das so genannte "Horrorhaus", dass seit Monaten die Kreisstädter empört.

Mehrfamilienhaus von 1851 nur noch einen Euro wert

Im Spätsommer des zurückliegenden Jahres war am Mühlenberg ein Abrissbagger angerückt, um das einsturzgefährdete Haus teilweise einzureißen. Zurück blieb eine Ruine, die viele Parchimer bis dato auf die Palme bringt. Verfügt hatte den Teilabriss der Landkreis Parchim. "Wir haben unsere Pflicht erfüllt. Das Privathaus war nicht mehr standsicher. Nachdem wir dem Eigentümer nicht habhaft werden können, mussten wir handeln", hat Hans-Georg Zwang, Leiter der Unteren Bauaufsicht, seinerzeit erklärt. Dabei ist der Hausbesitzer ein durchaus stadtbekannter Mann. Der frühere Intendant des Landestheaters, André Hiller, der im Dezember 2002 wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten fristlos entlassen worden war, stand seinerzeit als Eigentümer im Grundbuch. Der Landkreis veranlasste zur Sicherung der entstandenen Ansprüche in Höhe von etwa 15 000 Euro für die durchgeführte Ersatzvornahme die Eintragung einer Zwangshypothek. Die Bank will nun den hässlichen Stein des Anstoßes, für den ein Verkehrswert von einem Euro ermittelt wurde, so schnell wie möglich los werden.

Dabei lässt die Beschreibung der Immobilie in der Bekanntmachung des Amtsgerichtes der Fantasie durchaus freien Lauf: "Es handelt sich um ein Mehrfamilienhaus, dreigeschossig, Baujahr 1851, insgesamt 417 Quadratmeter Wohnfläche, Keller, desolater Bauzustand, Dach eingestürzt, Befall mit Echtem Hausschwamm". Wer mehr wissen wollte, konnte eine Kopie des Gutachtens für 16,50 Euro beim Amtsgericht anfordern. Interessenten müssen bei der Zwangsversteigerung damit rechnen, dass auf Antrag des Gläubigers eine Sicherheitsleistung von zehn Prozent des Verkehrswertes zu erbringen ist. Das Amtsgericht weist ergänzend ausdrücklich darauf hin: "Eine Barzahlung ist ausgeschlossen".

Auf Anfrage unserer Redaktion hat die Kreisverwaltung Parchim bereits klar gestellt: "Auch gegenüber einem neuen Eigentümer wird der Landkreis seine Forderungen weiter aufrechterhalten". Aus dem vermeintlichen Schnäppchen könnte eine Kostenfalle werden.

Wie groß das Interesse für dieses Objekt sein wird, wagt niemand vorauszusagen. "Am besten wäre doch, wenn die Stadt die Ruine ersteigert und den Schandfleck bald beseitigen lässt", meint gestern eine Anwohnerin aus der Nachbarschaft.


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