Horizontal hunderte Meter durch die Erde

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27. März 2009, 08:13 Uhr

Lübz | Damit die Telekom künftig neue Leitungen verlegen kann, ohne Straßen und Wege aufzureißen, hat eine Spezialfirma aus Sternberg dieser Tage zwischen der Grevener Straße und der Schulstraße bis an den Rand des Marktes Schutzrohre in die Erde eingebracht, in denen später die Leitungen verlaufen.

Von der Marina aus unter der Elde hindurch erfolgte gestern der mit Abstand tiefste, spannendste und zunächst letzte Arbeitsschritt: Rund 13 (!) Meter tief versenkten die Männer hier das Kunststoffrohr mit einem Durchmesser von 18 Zentimetern, das vier kleinere Rohre (Durchmesser fünf Zentimeter) für die einzelnen Kabelstränge enthält. "Hintergrund für die große Tiefe an dieser Stelle ist unter anderem, dass zur Befestigung der Uferkante neue Wände in die Erde gerammt werden sollen, die acht Meter lang sind", sagt Ralf Erdmann von der Sternberger Firma.

Um die Rohre verlegen zu können, treibt eine Maschine zunächst einen sich langsam drehenden Bohrkopf in die Erde. Sobald er sich weit genug vorgearbeitet hat, fügt die Maschine von hinten automatisch eine drei Meter lange Eisenstange an. Die stückweise Verlängerung geschah zum Beispiel gestern so lange, bis der mit einem Sender ausgestattete Bohrkopf - so weiß man in jeder Sekunde exakt, wo und wie tief er arbeitet - auf der anderen Seite der Elde in einem dort ausgehobenen Kontrollschacht ankam. In ihm wird der Bohrer immer gegen ein so genanntes "Räumgeschirr" getauscht, das schon genannte Maschine mit einer Zugkraft von bis zu zehn Tonnen anschließend mitsamt Schutzrohren und der aneinandergefügten Stahlrohre langsam wieder zu sich heranzieht - fertig.

Das "Räumgeschirr" ist notwendig, um in der Tiefe den für die Schutzrohre notwendigen Platz zu schaffen. Dies geschieht, indem eine spezielle Mischung aus Tonmehl und Wasser (allein für die Querung der Elde waren 20 Kubikmeter notwendig) die Erde herausspült. "Dabei ist es wichtig, nicht zu schnell vorzugehen, weil sich das Rohr sonst festsaugt. Dann kann man noch mal von vorn anfangen", sagt Erdmann. Wo die Spezialisten arbeiten, wird vor Beginn der Arbeiten zwar alles untersucht, doch Fehler bleiben manchmal nicht aus: "Ob Gasleitungen, Starkstromkabel oder Wasserrohre - vor allem wegen fehlerhafter Bauunterlagen haben wir schon alles durchtrennt, was Gott sei Dank die absolute Ausnahme ist."

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