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Schauspielerin Katja Riemann spricht sich für NPD-Verbot aus : Holocaust-Schicksal auf 100 Fotos

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Eine Wanderausstellung der weltweit bedeutenden Anne Frank-Ausstellung wurde am Donnerstagabend im überfüllten Lichthof des Ludwigsluster Rathauses von Bürgermeister Reinhard Mach eröffnet.

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erstellt am 11.Mär.2011 | 07:09 Uhr

Ludwigslust | Eine Wanderausstellung der weltweit bedeutenden Anne Frank-Ausstellung wurde am Donnerstagabend im überfüllten Lichthof des Ludwigsluster Rathauses von Bürgermeister Reinhard Mach eröffnet. Die rund 100 Fotos auf überdimensionalen Bilderwänden zeigen Besuchern noch bis zum 14. April den Leidensweg des deutsch-jüdischen Mädchens bis zu ihrem Tod im niedersächsischen Konzentrationslager Bergen-Belsen.

"Annes Tagebuch ist das meist gelesene Werk über den Zweiten Weltkrieg", hieß es vom Direktor des Anne Frank-Zentrums in Berlin, Thomas Heppener. Die Dokumentation in Ludwigslust informiert über die Flucht des mit 15 Jahren umgekommenen Mädchens vor den Nationalsozialisten, ihre 24-monatige Zeit im Amsterdamer Versteck bis zu ihrer Denunzierung. Thema ist auch die Deportation mit ihrer Schwester nach Ausschwitz und später nach Bergen-Belsen, wo beide an Typhus starben. Die Alliierten waren im März 1945 unaufhaltbar auf dem Vormarsch, wenige Wochen später wurde das KZ vom britischen Militär befreit.

Nicht als Symbol für sechs Millionen im Holocaust umgekommener Juden müsse Anne Frank betrachtet werden. Vielmehr stehe das Tagebuch als eine von sechs Millionen Geschichten ermordeter Juden, mahnte Heppener. Das Annes Vater, Otto, als einziger Überlebender der Familie, das Tagebuch seiner jüngsten Tochter später der Öffentlichkeit öffnete, ermögliche bis heute weltweit, dem Rassismus und Rassenwahn entgegenzutreten. Anetta Kahane, Vorsitzende der Amadeu-Antonio-Stiftung Berlin stand dafür ein, sich immer wieder mit dem Rechtsradikalismus auseinander zu setzen und aufzuklären. Dazu sollen auch die 13 Ludwigsluster Jugendlichen beitragen, die sich bereits Tage vor Ausstellungseröffnung zu kundigen Begleitern haben schulen lassen, und nun täglich im Verlauf von Führungen über Leidenswege informieren.

Eine deutliche Aussage, wie Rechtsradikalismus begegnet werden müsse, vertritt die Berliner Schauspielerin Katja Riemann: "Die NPD verbieten." Die vielfach ausgezeichnete Künstlerin hatte den ihr persönlich bekannten Heppener darum gebeten, in Ludwigslust mit dabei zu sein. Sie habe nicht verstehen können, warum die Wanderausstellung in Neustadt-Glewe abgelehnt worden sei. "Anne Frank ist derzeit ein Schulthema meiner Tochter. Wir haben das Tagebuch gemeinsam gelesen. Es hat mich wieder gefesselt. Man kann sich dagegen nicht versperren."

Als Zeitzeuge interessierte sich die 98-jährige Karla Bolow aus Ludwigslust für diese Ausstellung. Dicht daneben unterhielt sich Nikolaus Voß, MV-Staatssekretär für Gesundheit und Soziales, mit Gästen. Darunter auch die Teens Luisa Lühe, Raika Staudigel und Charlotte Fischer. Die zwölfjährige Friederike Vick war mit ihren Eltern aus Schwerin gekommen. Sie interessierte sich, wie die hörbehinderte Ludwigslusterin Katharina Breese, die ihr Abitur in Essen absolviert, brennend für die Verfolgung von Menschen - damals wie heute.

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