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Lokales

21. August 2017 | 08:44 Uhr

Hohe Ozonwerte in der Prignitz

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Wittenberge | Zum Auftakt der Sommerferien hoffen wir auf möglichst viele sonnige und heiße Tage. Doch mit ihnen steigt das Risiko erhöhter Ozonwerte. Im Jahr 2010 wurde in Wittenberge an 25 Tagen der Zielwert von 120 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter überschritten.

Damit hat die Stadt die höchsten Ozonwerte im Nordwesten Brandenburgs und in Westmecklenburg. Laut der europaweit geltenden Zielwerte dürfen die 120 Mikrogramm auch nur an maximal 25 Tagen im Jahr überschritten werden. Ab 180 Mikrogramm besteht eine Informationspflicht gegenüber der Bevölkerung. Dieser Wert wurde in Wittenberge 2010 an drei Tagen gemessen - so oft wie sonst nirgends in Brandenburg. Das höchste Messergebnis betrug 193 Mikrogramm. Dennoch seien diese Zahlen nicht überzubewerten, rät Manfred Lotz vom zuständigen Referat im Landesamt für Umwelt Potsdam. "Wir haben im Land eine relativ normale Ozonverteilung", sagt er. Die Werte und Zielüberschreitungen würden von Jahr zu Jahr schwanken.

Ozon wird bei intensiver Sonneneinstrahlung durch komplexe photochemische Prozesse aus Vorläuferschadstoffen gebildet. Hohe Lufttemperaturen und starke Sonneneinstrahlung begünstigen die Entstehung, daher die Häufung im Sommer.

Die höchsten Ozonwerte treten am Stadtrand und in angrenzenden ländlichen Gebieten auf, also weit entfernt von Großstädten mit ihren Autoabgasen. Was paradox klingt, hat eine einfache Erklärung: Wind trägt die Vorläuferstoffe heraus, so dass sich auch weit entfernt hohe Ozonwerte bilden können. Je nach Windrichtung könne so ein Ozonwolke binnen zwei Stunden von Berlin die Prignitz erreichen, erklärt Manfred Lotz.

Eine weitere Ursache für hohe Werte können starke Gewitterfronten sein, wie sie in diesem Jahr schon häufiger aufgetreten sind: "Diese Fronten wirbeln die Luftmassen in der Atmosphäre durcheinander, so dass kurzfristig Ozon in untere Schichten vordringen kann."

In diesem Jahr gab es im Bundesland eine Überschreitung: Am 31. Mai wurden in Brandenburg a. d. Havel 182 Mikrogramm gemessen. Bundesweit gesehen, spielt die Ozonbelastung in der Prignitz eine untergeordnete Rolle. Der höchste Wert lag im Jahr 2010 bei 273 Mikrogramm in Nordrhein-Westfalen. Damit wurde der Grenzwert von 240 Mikrogramm überschritten. Ab diesem besteht laut Umweltbundesamt ein Risiko für die Gesundheit der Gesamtbevölkerung. Fünf Mal wurde dieser Wert überschritten.

Der europaweit zum Schutze der Gesundheit eingeführte Zielwert von 120 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter darf nur an 25 Tagen im Jahr überschritten werden. Diese Vorgabe hat Deutschland in den vergangenen drei Jahren laut Umweltbundesamtes an zwölf Prozent aller deutschen Messstationen nicht erfüllt.

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erstellt am 29.Jun.2011 | 04:42 Uhr

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