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Lokales

16. Dezember 2017 | 04:38 Uhr

Hohe Düne: Aus für die Schnellboote?

vom

svz.de von
erstellt am 01.Apr.2011 | 08:39 Uhr

Rostock | Die Deutsche Marine erwägt eine Auflösung des Schnellbootgeschwaders in Rostock-Warnemünde. Ein möglicher Zeitpunkt dafür sei das Jahr 2016, sagte Kapitän zur See Jan Kaack nach Angaben eines Marinesprechers gestern in Rostock. Die Schnellboote könnten gegen größere Korvetten ausgetauscht werden. "Das ist aber noch nicht in Stein gemeißelt." Die Überlegungen stünden nicht im Zusammenhang mit den aktuellen Planungen zur Strukturreform der Bundeswehr und ihrer Standorte. Diese Entscheidungen seien für Mitte bis Ende dieses Jahres zu erwarten. Gestern wurde in Warnemünde der 50. Geburtstag des Schnellbootgeschwaders gefeiert.

Schnellboote seien mit ihrer rund 35-köpfigen Besatzung dafür konzipiert, in Kurzzeiteinsätzen aus dem Schutz der eigenen Küste heraus feindliche Schiffe anzugreifen, sagte der Sprecher. Für die aktuellen Einsätze beispielsweise vor der libanesischen Küste seien sie eigentlich nur bedingt geeignet. "Die Boote sind zwar ständig modernisiert worden und im internationalen Vergleich nach wir vor konkurrenzfähig. Aktuell treiben uns allerdings auf einigen Booten schiffbauliche Schwächen Sorgenfalten auf die Stirn", sagte Stephan Haisch, Kommandeur des 7. Schnellbootgeschwaders.

Ein weiterer, uneingeschränkter Betrieb sei aber nur möglich, wenn dringende Instandsetzungen bei einem Werftaufenthalt ausgeführt würden.

Korvetten mit etwa 65 Soldaten an Bord sind dagegen größer, trügen aber wichtige Fähigkeiten der Schnellboote in sich, sagte der Marine-Sprecher. Er nannte den geringen Tiefgang und die Tauglichkeit zum Einsatz nahe der Küste. Die Schnellboote "Zobel" und "Hyäne" sind gegenwärtig im Unifil-Einsatz vor dem Libanon, auch die Besatzung des Tenders "Elbe" ist dort. Im Dezember 2009 waren die Schnellboote "Dachs" und "Hermelin" nach 14 Monaten vom Libanon nach Warnemünde zurückgekehrt. Länger sei noch nie ein Schiff der Bundesmarine vom Heimathafen abwesend gewesen. Die Unifil-Missionläuft seit September 2006. Soldaten aus mehreren Ländern sollen verhindern, dass die Hisbollah-Miliz über den Seeweg Waffen ins Land schmuggelt. Der Bundeswehr-Einsatz war vom Bundestag bis zum 30. Juni 2011 verlängert worden.

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