Hoffen auf ein Ende der Fracht-Flaute

Ablegen nach der Zwangspause: Die 'Northern Trust' hat wieder Aufträge. dpa
Ablegen nach der Zwangspause: Die "Northern Trust" hat wieder Aufträge. dpa

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19. Februar 2010, 10:11 Uhr

Rostock | Nach mehr als einem Jahr Zwangspause wegen der Flaute im weltweiten Frachtgeschäft hat das erste von vier aufliegenden Containerschiffen wieder den Rostocker Hafen verlassen.

Die "Northern Trust" wurde gestern Morgen von Schleppern aus dem Seehafen der Hansestadt gezogen, berichtet Hafenmeister Gisbert Ruhnke. "Sie geht jetzt endlich wieder in Lohn und Brot." Der Frachter mit rund 3300 Container-Stellplätzen hatte seit Mitte Februar 2009 im Hafenbecken festgelegen. Nun gebe es neue Ladung. Die Rendsburger Reederei Schlüter hatte einen Charter-Auftrag für das Schiff erteilt.

"Schon am Montag soll die ,Northern Trust in Antwerpen sein", sagt Reederei-Mitarbeiter Gerhard Kaulicke. Von dem belgischen Hafen aus gehe es zunächst mit leeren Containern in die chinesische Handelsmetropole Shanghai. "Die Rückfahrt tritt sie dann hoffentlich voll bepackt an." Am Hafenkai verblieben der 195 Meter lange Frachter "Northern Valour" und die beiden einst an der Warnow gebauten Containerschiffe der Reederei Oskar Wehr. "Wir haben jetzt wieder Platz für einen weiteren Auflieger", merkt Hafenkapitän Gisbert Ruhnke an. Die Krise der Schifffahrt sei noch keineswegs beendet. Branchenexperten gehen davon aus, dass sich die kritische Lage im Krisenjahr 2009 mit massiv eingebrochenen Frachtumsätzen in diesem Jahr leicht entspannen wird. Immer mehr Reeder aktivieren vorübergehend eingestellte Liniendienste und buchen wieder neue Routen. Das Preisniveau bleibe vorerst allerdings niedrig, bestätigte Kaulicke. Die Charter-Gebühren entsprächen derzeit nur einem Bruchteil der vor der Krise üblichen Raten. Gestern Abend steuerte jedoch ein größeres Schiff wieder den Hafen an. Der Tanker "Montega" kam mit 60 000 Tonnen Rohöl aus Primorsk.

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