Hoffen auf die Junior-Retter

<strong>An  den  vergangenen Tagen</strong> war es wetterbedingt   bei Schwimmmeister  Wolfgang  Palisch im  Waldbad Probst Jesar etwas ruhiger.<foto>Brunhilde Schmidt</foto>
An den vergangenen Tagen war es wetterbedingt bei Schwimmmeister Wolfgang Palisch im Waldbad Probst Jesar etwas ruhiger.Brunhilde Schmidt

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25. Juli 2010, 05:32 Uhr

Probst Jesar | Ein Rettungsschwimmer hat in der vergangenen Woche im Waldbad Alt Jabel einen achtjähriger Nichtschwimmer bewusstlos aus dem Wasser geholt. Der Junge kam lebensgefährlich verletzt in ein Krankenhaus. "So ein Unfall ist sehr schlimm", so Manfred Raschke, Kreisleiter der DRK-Wasserwachten. "Nach meinem Erkenntnisstand haben die Rettungsschwimmer zügig und vorbildlich gehandelt. Es ist ganz wichtig, dass wir Rettungsschwimmer vor Ort haben."

Jedoch weist er auf ein Problem hin: "Es gibt zu wenig Rettungsschwimmer im Landkreis". 60 Rettungsschwimmer gibt es in dieser Saison, die Dienst machen können. 120 sind erforderlich, um die sieben Bäder der DRK-Wasserwacht in Neustadt-Glewe, Dreenkrögen, Hagenow, Vellahn, Boizenburg, Alt Jabel und Probst Jesar ausreichend abzusichern.

"Dabei ist das Interesse der Jugendlichen gar nicht so schlecht", weiß der 38-jährige Ausbilder bei der Wasserwacht Probst Jesar. Allein in Probst Jesar haben in diesem Jahr zehn Jugendliche eine Ausbildung zum Rettungsschwimmer mit einer Prüfung abgeschlossen. In Vellahn sind acht in der Ausbildung, in Boizenburg 16, in Hagenow zwölf, in Alt Jabel zehn und in Neustadt-Glewe ebenfalls zehn. Einige haben die Prüfungen gemacht, andere bereiten sich noch darauf vor. Allerdings verlieren mehrere Jugendliche während der Ausbildung die Lust und geben auf, bedauert Horst Heinz, Schwimmmeister im Bad in der Bekow in Hagenow und Mitglied der Wasserwacht Hagenow. Wenn er zwei bis vier Rettungsschwimmer von denen, die die Ausbildung begonnen haben, am Ende zur Verfügung hat, ist er schon zufrieden. Und die bleiben auch meist nicht lange, weil Studium und Lehre sie in andere Städte ziehen lassen.

Wolfgang Palisch, Schwimmmeister im Waldbad Probst Jesar, macht sich auch Sorgen um die fehlenden Rettungsschwimmer. "Wir können schon froh sein, dass wir die Junior-Retter zusammen mit einem Rettungsschwimmer einsetzen können. ,Die Kleinen dürfen zwar noch nicht retten, haben aber ein waches Auge auf das, was im Wasser passiert, und können umgehend Hilfe holen", ist er mit ihnen zufrieden.

Seit zwei Jahren, so informierte Manfred Raschke , haben sie in Probst Jesar die Gruppe mit den Junior-Rettern aufgebaut. Das sind Kinder im Alter von zehn bis zwölf Jahren. Insgesamt gibt es im Kreis 30 solcher aktiven Junior-Retter. Erst ab zwölf Jahren dürfen sie die Rettungsschwimmerprüfung ablegen.

Aber die Junior-Retter sind mit vollem Einsatz bei der Sache, bestätigt der Ausbilder Manfred Raschke. "Wir haben bei den Schwimmprüfungen schon immer ein waches Auge auf die Kinder, die besonders gut und sicher im Wasser sind. Dann sprechen wir sie an und versuchen, sie für die Gruppe der Junior-Retter zu gewinnen. Natürlich stehen bei der zweimonatigen Ausbildung auch Prüfungen an, wie das Tauchen, Abschleppen und Schwimmen mit Kleidung. Auch ein Erste-Hilfe-Kurs muss abgelegt werden. Aber die Kinder sind mit Freude dabei, sie können so in das Aufgabengebiet eines Rettungsschwimmers hineinschnuppern."

Damit sie bei der Stange bleiben, bekommen sie ihre Einsätze, sie sind erkennbar am T-Shirt mit dem Wort Junior-Retter. Sie unterstützen die Rettungsschwimmer, in dem sie wache Augen auf die Badenden haben. "Einem Badenden in Probst Jesar", so erinnert sich Manfred Raschke, " wurde im Bad schwindlig. Ein Junior-Retter beobachtete das, reichte dem Mann die Hand und half ihm über die Treppe aus dem Wasser.

Die Kinder sind unsere Hoffnung, dass wir bald wieder ausreichend Rettungsschwimmer in den Bädern einsetzen können", wünscht sich Manfred Raschke.

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