Höllengaudi im Zeichen von V und W

Während die einen ein kühles Blondes mit frischen Würsten vom Grill genießen,...   Foto: Lars Reinhold
1 von 5
Während die einen ein kühles Blondes mit frischen Würsten vom Grill genießen,... Foto: Lars Reinhold

von
26. April 2010, 11:19 Uhr

Wittenberge | Wenn die Luft im Gewerbegebiet an der B 189 von Staub, Benzingeruch und dem Donnergrollen der Motoren erfüllt ist, dann treffen sich VW-Jünger aus ganz Deutschland, um gemeinsam ihrem Hobby zu frönen: Die Marken des Volkswagen-Konzerns (VW, Audi, Skoda, Seat) zu fahren, aufzumotzen und auszustellen.

"Das Treffen hier ist einfach nur geil", sagt Michael Klaus aus dem Saale-Holzland-Kreis in Thüringen. "Wir haben hier bei den insgesamt fünf Besuchen schon alles erlebt, Sturm, Frost und Dauerregen", ergänzt sein Kumpel Tino Vogelsberg. "Trotzdem war die Stimmung immer klasse, und dieses Mal klappt es sogar mit dem Wetter." Mit neun Mann, einer Frau, fünf Autos und 55 original Thüringer Rostbratwürsten sind die Holzländer angereist. "Man muss als Frau schon ein bisschen verrückt oder mit einem der Kerle liiert sein, um sich das anzutun", sagt Nicole Maresch aus Weimar unter dem Gegröle ihrer Freunde.

Während viele VW-Fans auf dem Zeltgelände für sich feiern, wird auf der Sprintstrecke um die schnellste Zeit auf der Achtel- bzw. Viertelmeile gekämpft. Absoluter Spitzenreiter ist hier Rike Richter aus Rostock, der nur 5,54 Sekunden für den Sprint benötigt. Als besondere Highlights hat der Veranstalter in diesem Jahr unter anderem den schnellsten VW Europas, einen Käfer Pickup mit V8 Smallblock- Motor und 750 PS, sowie eine Jet-Dragster mit Flugzeugturbine, die rund 15 000 PS leistet, gekürt.

Ein weiterer Programmpunkt ist die Fahrzeugbewertung, zu der rund 90 Autos angemeldet sind. "Das Niveau ist meiner Meinung nach höher als in den Vorjahren", sagt Martin Stegner vom Verein Elbschrauber Hamburg, der als Juror im Show & Shine-Contest eingesetzt ist, während er um eins der ausgestellten Fahrzeuge geht und jedes Detail begutachtet. "Das preiswerte China-Tuning mit viel Kunststoff ist wieder out, es wird mehr auf Qualität und ausgefallene Details gesetzt." Viel verchromte Technik unter der Haube bis hin zu 24-Karat vergoldeten Radbolzen umreißt der Experte die Trends in der Tuningszene. "Zudem setzen immer mehr Autobesitzer auf ein- oder zweifarbige Lackierungen in gedeckten Unilacken, die Hochzeit der funkelnden Farben scheint vorerst vorbei."

Auch könne man die Jury mit witzigen Details begeistern. "Der Audi mit Motorhaube in Holzoptik samt Hobel drauf ist schon ein netter Hingucker", sagt er. "Dann kommt es darauf an, wie das Äußere mit dem Innenraum harmoniert, und alle Veränderungen müssen natürlich eingetragen sein, sonst gibt es keine Punkte."

Einer der letzten, die bewertet werden, ist der Bora von Sven Ziehme aus Laucha. Gut 20 000 Euro hat er seit 2002 in sein Auto gesteckt und ist mit seiner Freundin und zwei Kindern extra angereist, um hier mitzumachen. Sein Highlight ist der Kofferraum, in dem er unter einer dicken Glasplatte ein ganzes Diorama mit Straßen, Autos und Figuren eingebaut hat. "Es sollte halt mal was anderes sein", sagt er und muss lachen.

Insgesamt ist es etwas ruhiger auf dem Festivalgelände, denn nach einigen Zwischenfällen in den Vorjahren hat der Veranstalter beispielsweise Burnouts verboten, und strenger geregelt, mit welchen Fahrzeugen wo gefahren werden darf. "Den leichten Rückgang bei der Besucherzahl führen wir auf die Wettervorhersagen zurück, die von kalten Nächten berichtet hatten", sagt Uta Kessler von Wölk Event. "Aber ansonsten ist viel positives Feedback zu uns zurückgekommen."

Daran hatte sicher auch das umfangreiche Rahmenprogramm mit Bullriding, Sexy-Car-Wash und Discomusik im Partyzelt seinen Anteil, das viele Tagesbesucher aus der Prignitz anlockte.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen