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Lokales

23. November 2017 | 23:22 Uhr

Hochwasser erreicht Höchststände

vom

svz.de von
erstellt am 23.Jan.2011 | 05:21 Uhr

Dömitz/Boizenburg/Amt Neuhaus | Die neuerliche Rekordflut der Elbe wird wohl noch bis Wochenmitte die ganze Aufmerksamkeit der Katastrophenabwehrstäbe iin den Landkreisen Ludwigslust und Lüneburg erfordern. Sollten nicht doch noch Deiche aufgeweicht oder gar brechen, dann haben die Verantwortlichen für die Schutzanlagen und -einrichtungen die Nagelprobe bestanden - wurden Millionen an Steuergeldern bürgernah ausgegeben.

Allerdings drückte die Flut heftig ins Hinterland hinein. Zu Brennpunkten entwickelte sich die Eldegewässer in Neu Kaliß und Heiddorf und für die Rüterberger Anrainer, die direkt hinter dem Deich im tieferen Teil des Ortes leben. Das Nadelöhr ist dort eine Durchfahrt zum Deichvorland. Das Hochwasser wird nur durch eine zusätzliche Spundwand abgehalten. Die allerdings hielt die Elbeflut ab.

Brenzlige Situationen erlebten die Bewohner in der Dannenberger Straße in Heiddorf und rund um das Mühlenwasserkraftwerk in Neu Kaliß. Nachdem in Heiddorf ein Abwasserschacht am Feitag aufwendig von der Feuerwehr verschlossen werden konnte, war die Überflutungsgefahr für die Dannenberger Straße gebannt. Auf der anderen Seite stieg das sich aufstauende Wasser der Alten Elde jedoch immer weiter.

Bewohner im Mühlenweg hatten vorsorglich Sandsäcke deponiert. Ihr Haus war bis Sonnabend von den Fluten bereits fast komplett umspült. Auch brachen Teile eines neuen Deichschutzes an der Elde weg, der Rest hielt.

Bereits Freitag wurden in der Hochwasserspundwand zum Werftgelände im Boizenburger Hafen drei Durchfahrten mit 500 Sandsäcken verdichtet, der Zwischenraum zwischen der Hochwasserschutzwand Hafen Boizenburg und dem Hafendeich ebenfalls. Erste Qualmstellen sind an landseitigen Deichfüßen festgestellt worden. Sandsäckezum Abdichten waren nicht erforderlich.

Seit Sonnabend gegen 22 Uhr stagnieren die Pegelstände im Landkreis Lüneburg auf höchstem Niveau. So stand der Pegel gestern Mittag in Neu Darchau bei 7,49 Metern (2006: 7,46 Meter) und in Bleckede bei 11,46 Metern (2006: 11,38 Meter). Damit sind die Höchststände aus dem Jahr 2006 sogar um einige Zentimeter übertroffen. Es wird erwartet, dass die Pegel heute anfangen, leicht zu sinken und dass sich die Lage ab Mitte der Woche deutlich entspannt.

Anders sieht es an den Rückstaudeichen im Amt Neuhaus aus. Alle Polder sind geflutet, auch der Polder Neue Sude , was zunächst einen leichten Rückgang des Wasserstandes zur Folge hatte. Hier wurden Schwachstellen durch Sandsäcke verstärkt. Mitglieder der Feuerwehren aus dem ganzen Amt traten am Sonnabend in Preten an, um noch einmal 10 000 Sandsäcke zu füllen. Mitarbeiter des Bauhofes und des Deichverbandes hatten in der Woche schon 4000 Säcke gefüllt, so dass die Feuerwehr schon gleich morgens damit beginnen konnten, die Säcke an den hinteren Sudedeich zu bringen und zu verteilen. Eine weitere Schwachstelle ist die Verwallung beim Gehöft Seebürger. Hier wurde die Verwallung mit 8000 Säcken um 30 Zentimeter aufgekadet. An dieser Stelle machte sich Landrat Manfred Nahrstedt ein Bild von der aktuellen Lage und wurde von Amtsfeuerwehrchef Dirk Baumann auf den neusten Stand gebracht. Am Sonntagnachmittag schaute sich Umweltminister Sander den Notdeich in Alt Garge an.

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