zur Navigation springen
Lokales

11. Dezember 2017 | 01:21 Uhr

Hochwasser erreicht Brandenburg

vom

svz.de von
erstellt am 08.Aug.2010 | 06:45 Uhr

Potsdam | Knapp zwei Monate nach dem Hochwasser auf der Oder stellt sich Brandenburg erneut auf erheblich steigende Pegel an mehreren Flüssen ein. Zwar werde die Situation in Brandenburg voraussichtlich nicht so dramatisch werden wie in Sachsen und Polen, sagte ein Sprecher des Lagezentrums im Innenministerium. Dennoch tagte am Sonntag bereits der Hochwasser-Krisenstab im Landesumweltamt. "Wir wollen gewappnet sein, wenn die Hochwasser-Welle von Neiße und Spree nach Brandenburg kommt", sagte Präsident Matthias Freude.

Enorm starke Regenfälle in der Oberlausitz mit Niederschlägen bis zu 130 Litern pro Quadratmeter hatten zuvor in Sachsen zu rasch steigenden Pegeln und Überschwemmungen geführt. Drei Menschen kamen ums Leben, mehr als 1000 Personen mussten ihre Häuser verlassen. Der Pegel der Neiße bei Görlitz war auf mehr als sieben Meter hochgeschnellt.

Aus Brandenburger Sicht könnte die Lage an der Spree kritisch werden. Am Pegel Spremberg galt bereits am Sonntag Alarmstufe 1, der Pegel war innerhalb von einem Tag um 64 Zentimeter auf 2,84 Meter gestiegen. Nach Angaben des Hochwasser-Meldezentrums Cottbus könnte morgen der Richtwert für die Alarmstufe 4 von 4,00 Metern überschritten werden.

Freude sagte, die Spree bereite "große Sorge". Die Talsperre Bautzen sei durch einen Zulauf von 120 Kubikmetern Wasser pro Sekunde bereits übervoll. An der Brandenburger Talsperre Spremberg war dagegen in den vergangenen Wochen wegen Bauarbeiten Wasser abgelassen worden. Das gebe jetzt die Chance, die Hochwasserwelle für zwei bis drei Tage zwischenzuspeichern, sagte Freude.

Das Hochwasser-Meldezentrum Cottbus gab zudem für die Lausitzer Neiße eine Hochwasser-Warnung heraus. Am frühen Montagmorgen werde in Klein Bademeusel im Spree-Neiße-Kreis voraussichtlich der Richtwert für die Alarmstufe 1 von 2,50 Metern erreicht. Dort könne der Pegel in der Nacht zu Dienstag auch den Richtwert für die Alarmstufe 3 von 4,00 Metern überschreiten. Ein Sprecher des Hochwasser-Meldezentrums sagte, an der Lausitzer Neiße habe es lange kein Hochwasser gegeben.

Sachsen und die angrenzenden Gebiete in Tschechien und Polen haben am Wochenende die schlimmste Naturkatastrophe seit der Jahrhundertflut im August 2002 erlebt. In letzter Minute wurden verzweifelte Menschen gerettet, die sich an Bäume und Brückenpfeiler geklammert hatten oder auf den Dächern ihrer überfluteten Häuser ausharrten. Der Pegelstand der Neiße schoss in Görlitz binnen drei Stunden um vier Meter in die Höhe, nachdem in Polen eine Staumauer brach.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen