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Lokales

26. September 2017 | 09:23 Uhr

Hochschulnetz vom Reißbrett

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erstellt am 13.Jul.2011 | 06:34 Uhr

Potsdam | Drei Universitäten, eine Kunsthochschule und sechs Fachhochschulen gibt es im Land mit thematisch vielfältigen Studiengängen: von Natur und Forst über internationale Kooperation und Film bis zu Chemie, Logistik oder Archivwesen - Brandenburgs Hochschullandschaft ist aus Sicht des Potsdamer Wissenschaftsministeriums sehr vielfältig und bietet ein spannendes Profil. Dabei war die Hochschullandschaft zur Wende so gut wie nicht vorhanden. "Im Verhältnis der Einwohnerzahl zu den Studienangeboten war Brandenburg mit Abstand am schlechtesten versorgt in Deutschland", blickt Ministeriumssprecher Hans-Georg Moek zurück.

Das bot allerdings auch die Chance, dass die neu zu schaffenden Einrichtungen sehr spezialisiert und auf die Bedürfnisse des Landes zugeschnitten sind. Im Zentrum steht die Universität Potsdam als Vollhochschule und Anlaufpunkt für die außeruniversitäre Forschung, der nur die Zweige Theologie und Medizin fehlen. Diese gebe es in Berlin und man wollte im Land nichts doppelt oder dreifach haben, so Moek. Den technischen Bereich decke die Brandenburgische Technische Universität Cottbus ab, in der die ehemalige Bausparte aufgenommen wurde. Die Internationalität mit Blick auf die Europäische Union und deren Osterweiterung ist Schwerpunkt der wiederbelebten Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Die traditionsreiche Hochschule für Film und Fernsehen in Babelsberg hat sich laut Ministerium weiter profiliert und ein modernisiertes Programm bekommen.

Neu geschaffen wurden auch fünf Fachhochschulen, da es diese Art Einrichtungen in der DDR nicht gegeben habe, berichtet der Sprecher. An der FH Potsdam stehen die Themen Archivwesen, Bibliothek und Design im Mittelpunkt. Aus der ehemaligen forstwissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität hat sich in Eberswalde die heutige Hochschule für nachhaltige Entwicklung gebildet. Dort gebe es einige international einmalige Studiengänge. Zudem werde dem Landesinteresse als agrarorientiertes Flächenland entsprochen, so Moek. Den technischen Bereich decken dagegen die drei Fachhochschulen in Wildau, Brandenburg/Havel und Senftenberg ab, wobei jede sich entsprechend der Bedürfnisse der Region spezialisiert habe: Wildau mit Logistik, Senftenberg mit Chemie und Brandenburg/Havel in Richtung Stahlindustrie. Ergänzt werde das Angebot durch Betriebswirtschaft an vier von fünf Fachhochschulen, sozialer Arbeit und Informatik. Zudem gibt es in Oranienburg eine Fachhochschule de Polizei. Die Grundideen von 1991/92 haben sich bis heute gehalten. "Es ist nach wie vor ein gelungenes Konzept", sagt der Ministeriumssprecher. Das belege auch die hohe Zahl der in der ersten Runde des bundesweiten Hochschulpakt geförderten Einrichtungen im Land. Sechs der neun Hochschulen bekommen Gelder. Wie es in der Hochschullandschaft Brandenburgs weitergehen soll, ist derzeit das Forschungsthema zweier Kommissionen. Die Ergebnisse sollen im Frühjahr vorliegen.

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