Hochschulfusion: Aus zwei macht eins

Die Brandenburgische Technische Universität  (BTU) in Cottbus bezeichnet sich selbst als international anerkannt und innovationsorientiert. Die Ministerin will die BTU mit anderen Einrichtungen fusionieren. dapd
Die Brandenburgische Technische Universität (BTU) in Cottbus bezeichnet sich selbst als international anerkannt und innovationsorientiert. Die Ministerin will die BTU mit anderen Einrichtungen fusionieren. dapd

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08. Mai 2012, 10:56 Uhr

Cottbus | Die Brandenburgische Technische Universität (BTU) in Cottbus stellt den Reformplänen des Wissenschaftsministeriums einen eigenen Vorschlag zur Zukunft der Lausitzer Hochschullandschaft entgegen: BTU-Präsident Professor Walther Zimmerli sagte gestern in Cottbus, sein Vorschlag ziele auf eine verstärkte Kooperation mit der Hochschule Lausitz ab. Vorgesehen seien drei eigenständige universitäre BTU-Fakultäten und zwei gemeinsame wissenschaftliche Einrichtungen mit der Hochschule Lausitz. Das Modell greife die Empfehlungen der Lausitzkommission unter Vorsitz von Professor Rolf Emmermann vom Februar auf, sagte Zimmerli.

Vorgesehen sind Fakultäten für "Energie, Ressourcen, Umwelt", "Informationstechnologien, Mathematik" sowie "Maschinenbau, Materialwissenschaften". Mit der Hochschule Lausitz soll es künftig die gemeinsamen, wissenschaftlichen Einrichtungen "School of Management, Economics and Social Sciences" sowie "Gilly School of Architecture and Civil Engineering" geben. "Alle bisherigen BTU-Studiengänge werden in der jetzigen Form aufrecht erhalten", erläuterte Zimmerli. Mit dem Entwurf für eine Strukturreform ist die von Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (parteilos) geplante Auflösung der beiden Hochschulen aus Sicht des BTU-Präsidenten "nicht weiter stichhaltig". Auch die Aufnahme der BTU Cottbus in die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) sieht er mit dem neuen, schnell zu realisierenden BTU-Konzept weniger gefährdet. Die Wissenschaftsministerin plant dagegen die Neugründung einer Technischen Universität Lausitz. "Die BTU Cottbus lehnt nach 20-jähriger erfolgreicher Aufbauarbeit und Etablierung der Marke BTU Cottbus ihre Schließung ab", fügte Zimmerli hinzu.

Der von Ministerin Kunst als Beauftragter für die Strukturreform eingesetzte ehemalige Vizepräsident der Universität Potsdam, Thomas Grünewald, bezeichnete den Konzeptentwurf als guten Ansatz für den konstruktiven Dialog zwischen der BTU Cottbus und der Hochschule Lausitz. "Jetzt muss nach der bestmöglichen Lösung für die neue Universitätsstruktur gesucht werden", sagte er. Bei der Reform handele es sich keinesfalls um keine Auflösung der beiden Hochschulen, sondern um eine Umgründung, so Grünewald.

Die Hochschule Lausitz will den Konzeptentwurf der BTU Cottbus prüfen, unterstützt aber weiterhin den Plan der Wissenschaftsministerin. Die Senftenberger Senatsvorsitzende Ilka Bichbeimer sagte: "Wir wollen keine Fusion, sondern eine Neugründung". An beiden Einrichtungen lernen etwa 10 000 Studenten.

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