zur Navigation springen
Lokales

15. Dezember 2017 | 19:03 Uhr

Hitzige Debatte um neue Windkraftanlagen

vom

svz.de von
erstellt am 24.Jun.2011 | 04:59 Uhr

GroSS Pankow | Eine neue Biogasanlage in Wolfshagen sowie die Erweiterung einer solchen in Kehrberg, eine Photovoltaik-Freiflächenanlage im Bereich der Kiesgrube Luggendorf, erweiterte Windparks bei Kuhsdorf und Kuhbier, ein Prototyp in Klein Woltersdorf - über dieses Paket von Maßnahmen zur Gewinnung alternativer Energien hatten die Gemeindevertreter von Groß Pankow (Prignitz) am Donnerstagabend zu befinden. Und sie machten es sich nicht leicht, denn gerade, was neue Windkraftanlagen anbelangt, gibt es Knackpunkte.

Da ist zum einen die vorgesehene Erweiterung des Windparks bei Kuhsdorf. Sie hatte bereits im Hauptausschuss zu Diskussionen geführt, weil man damit nur noch einen rund 700-Meter-Abstand zu einer Wohnbebauung außerhalb des Ortes habe. Laut Gemeindebeschluss seien aber 1000 Meter Entfernung einzuhalten. "Wenn wir jetzt einmal einen Präzedenzfall schaffen, was passiert danach? Ich plädiere dafür, dass wir uns zum Schutz unserer Bürger dagegen aussprechen", argumentierte Gemeindevertreter Dr. Ingo Frahm. Er ließ sich dabei auch nicht von Jörg Lewin vom Planungskontor Neuruppin beruhigen, dass für Außenbebauungen nicht so strenge Schutzregeln gälten wie für Wohnorte. Weitere drei Gemeindevertreter folgten Dr. Frahms Meinung, mehrheitlich wurde aber die Änderung des Teilflächennutzungsplanes und des Bebauungsplanes beschlossen. Zuvor hatte Groß Pankows Bauamtsleiter Halldor Lugowski darauf verwiesen, dass der Ortsbeirat Kuhsdorf dem Ansinnen zugestimmt habe, auch keine Einwände des betroffenen Landwirtes, der in dem Außenbereich wohnt und wirtschaftet, vorlägen.

Einen weiteren Präzedenzfall, wie Gemeindevertreter Hans Groenewegen es bezeichnete, wird es in Klein Woltersdorf geben. Dort beabsichtigt nämlich die proJect-plan GmbH, gemeinsam mit der DeWind Europe GmbH eine Windkraftanlage als Prototyp der De Wind D9.1 zu errichten. Es handele sich um eine Anlage mit einer Nennleistung von zwei Megawatt, die besonders für Binnenstandorte entwickelt worden sei, um die größtmögliche Effizienz zu erzielen. Knackpunkt allerdings: Die Anlage hat eine Nabenhöhe von 100 Metern und einen Rotordurchmesser von 93 Metern. Somit liegt die Gesamthöhe des Prototypen bei 146,50 Metern. Es gibt aber einen Beschluss der Gemeindevertretung, dass Windkraftanlagen im Gemeindegebiet 100 Meter Höhe nicht überschreiten dürfen. Deshalb, so betonte Lugowski, soll dieser Prototyp eine "absolute Ausnahme" sein.

Zwar soll die Anlage, so es die entsprechende Genehmigung für den Bau gibt, an der Gemarkungsgrenze zur Gemeinde Gumtow entstehen, wo bereits hohe Windräder stünden, gegen die sich die Gemeinde Groß Pankow (Prignitz) lange vergeblich gewehrt hatte, aber das macht das Vorhaben aus Sicht von Hans Groenewegen nicht besser. Auch Renate Groenewegen warnte davor, hier eine Tür zu öffnen, scheibchenweise eigene Beschlüsse zu unterlaufen. Gudrun Seedorf sprach sich ebenfalls dagegen aus. Rainer Knurbien machte auf das zwiespältige Problem aufmerksam. "Mit dem Atomausstieg müssen wir uns Gedanken machen, wo der Strom künftig herkommt". Am Ende votierten die Gemeindevertreter mit drei Gegenstimmen und drei Enthaltungen für den Prototypen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen