Hitze verringert Getreide-Erträge

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18. Juli 2010, 05:47 Uhr

Nordwestmecklenburg | Die Landwirte in der Region beginnen mit der Getreideernte. Zumindest dreschen sie schon einmal zur Probe und kontrollieren den möglichen Ertrag, denn die große Hitze der vergangenen Wochen und die geringen Niederschläge haben zum einen dazu geführt, dass etwa zehn Tag später mit der Ernte begonnen werden kann, wie Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) erklärt. Gleichzeitig hätte das Getreide vor allem auf den leichten Böden im südlichen Kreisgebiet und der Region um Warin eine so genannte Notreife eingeleitet , die voraussichtlich zu geringeren Erträgen führen wird, als angenommen.

"Die Reife ist das Trocknen der fertig ausgebildeten Getreidekörner", sagt Andreas Manz, Sprecher des Kreisbauernverbandes Nordwestmecklenburg. "Ist es in der Zeit vor Abschluss des Wachstums zu heiß und trocken, leitet die Pflanze den Reifeprozess früher ein - die Notreife", erklärt Manz. Dadurch sinkt der Stärkegehalt in den Körnern und auch die Anzahl der ausgebildeten Körner kann geringer ausfallen, als bei einer normalen Reife.

Allerdings gibt nicht nur die Getreidemenge an, ob die Landwirte von einer guten oder schlechteren Ernte sprechen werden, sagt Manz. "Es kommt auch darauf an, wie sich die Preise für das Getreide entwickeln. Derzeit sieht es so aus, als wenn mehr gezahlt werden würde, als zu Jahresbeginn angenommen", sagt der Sprecher des Kreisbauernverbandes. Allerdings machen sich Hitze und Trockenheit bei den Landwirten in Nordwestmecklenburg unterschiedlich bemerkbar. "Je näher Ackerflächen an der Ostsee liegen, desto geringer ist das Problem derzeit", sagt Andreas Manz. Die schweren Böden im Norden könnten die Feuchtigkeit besser speichern, als sandige Standorte im Süden. Hinzu kommt, dass Regenfälle in den vergangenen Monaten meist sehr lokal begrenzt niedergingen.

Derzeit gibt es ohnehin hauptsächlich Vermutungen über das diesjährige Ernteergebnis. Belastbare Zahlen erhält der Bauernverband ab der kommenden Woche. "Dann werden die ersten richtig in die Ernte einsteigen und den Winterweizen dreschen", so Manz.

Mit 49 000 Hektar nimmt der Weizen die größte Anbaufläche im Landkreis ein. Gefolgt wird er vom Raps, der auf rund 32 000 Hektar angebaut wird. Auf 13 000 Hektar im Landkreis wächst Gerste. Zurzeit bauen die Landwirte in NWM noch auf 2500 Hektar Zuckerrüben an, deren Ertrag im vergangenen Jahr sehr gut war. Außerdem wird auf 1600 Hektar Roggen angebaut. Kleiner Flächen dienen dem Anbau von Kartoffeln mit insgesamt 300 Hektar. Entgegen der landläufigen Ansicht, dass Mais-Monokulturen entstehen würden, erklärt Andreas Manz, dass in Nordwestmecklenburg gerade sieben Prozent der Landwirtschaftlichen Nutzfläche mit Mais bepflanzt würde. "Der wird nur zu einem Teil für die Energiegewinnung genutzt", so Manz. Nach seinen Angaben haben elf Biogasanlagen 2009 etwa 4,5 Megawatt Energie geliefert. Er geht von einer durchschnittlichen, wenn auch nicht so guten Ernte wie im vergangenen Jahr aus.

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