Historischer OP-Saal nimmt Gestalt an

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28. Juli 2010, 06:45 Uhr

Wittenberge | Im Gesundheitszen trum in der Perleberger Straße wird als museales Schauobjekt ein Operationssaal entstehen. Vorbild ist der große OP von 1979 aus dem Wittenberger Krankenhaus. Jenes befand sich an der Stelle in der Perleberger Straße, an der jetzt das Gesundheitszentrum steht.

"Wir können das Vorhaben Dank einer geförderten Arbeitsmaßnahme umsetzen", sagt Christian Schumann, bei der Kommunalverwaltung für diesen Bereich zuständig. Vier Mitarbeiter sind seit Mitte Februar damit befasst, Material zu sichten, es zusammenzustellen und aufzuarbeiten. Die fachliche Begleitung ist über den Verein Blaulichtmuseum und dessen Vorsitzenden Ralf von Hagen gesichert. "Wir arbeiten sehr eng zusammen. Anders wäre unser Vorhaben auch gar nicht umzusetzen", betonen von Hagen und Schumann gleichermaßen gegenüber dem "Prignitzer". Der OP soll so schnell wie möglich fertig sein und aufgebaut werden. "Es sind sehr viele Dinge zu berücksichtigen", sagt von Hagen. Wichtig ist ihm, dass die Details stimmen. Über Jahre hat von Hagen in den Krankenhäusern des Kreises Perleberg als leitender Biomedizintechniker gearbeitet. Er wie auch der kommunale Vertreter wollen mit dem Projekt historischer OP "Geschichte bewahren, bevor sie für immer verloren geht".

Um das Bewahren von geschichtlichem Wissen geht es auch bei einer zweiten Maßnahme, für die die Kommune Träger ist und auf die fachliche Kompetenz des Vereins Blaulichtmuseum setzten kann. "Drei Mitarbeiter einer geförderten Maßnahme sammeln, sichten und ordnen Materialien zur Entwicklung des Gesundheitswesens in Wittenberge", erklärt Schumann.

Von Hagen hat derweil einen Karton mit Hunderten Fotoaufnahmen hervorgeholt. Sie zeigen das Krause-Krankenhaus kurz vor seinem Abriss und dann während des Abbruchs. "Ich habe jeden Schritt festgehalten", sagt von Hagen. Diese Bilder haben den Ausgangspunkt gesetzt für die jetzt in Gang gekommene gründliche Beschäftigung mit dem Wittenberger Gesundheitswesen. "Wenn wir es jetzt nicht tun, wann dann?", meint von Hagen. "Mit jedem Tag geht Wissen verloren, können Menschen nicht mehr gefragt werden, die aus eigenem Erleben wissen, wie es war." Schumann kann nur beipflichten.

Die Erforschung und Systematisierung des Materials falle natürlich leichter durch das auch in diesem Fall enge Zusammenwirken mit dem Blaulichtverein. "Und man muss auf jeden Fall sagen, dass wir von der Arge, der Kreisverwaltung und dem Kreiskrankenhaus hervorragend unterstützt werden", fügt Schumann an. In welcher Form die Unterlagen zum Gesundheitswesen künftig archiviert bzw. zusammengefasst oder ausgestellt werden, darüber ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen. "Wichtig ist, dass wir Wissen erst einmal bewahren können", sind Schumann und von Hagen sicher.

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