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Lokales

22. September 2017 | 19:11 Uhr

Historische Epoche erlebbar machen

vom

svz.de von
erstellt am 08.Jun.2010 | 07:28 Uhr

Menkendorf/Grebs | Damit die Zerstörung des slawischen Burgwalls bei Menkendorf - er war einst Grundlage für die Besiedlung der Ludwigsluster Region - nicht in Vergessenheit gerät, frisst sich derzeit nahe der Ortschaft ein Bagger in den Boden. Angedacht sei die Errichtung einer authentischen Teilrekonstruktion der Befestigungsanlage des Burgwalls. Mit Palisadenwand, sechs Meter hoch und 20 Meter lang, in Form eines Querschnittmodells samt Aussichtsturm in einem Waldstück nahe des "Originals", erfahren wir von Bürgermeister Detlef Schranck. "Dieses Modell soll dann begehbar gemacht werden, damit die Menschen nachempfinden können, wie sich die ersten Siedler der Region einst gefühlt haben müssen", erklärt der Dorfobere und verweist besonders darauf, dass Teile der Innenkonstruktion dieses geplanten Bauwerkes zu Anschauungszwecken sichtbar bleiben sollen. "So bekommt man auch ein Gespür für die einstige Wuchtigkeit dieser Wehranlage. Ein Pfostenständerhaus wird überdies als Unterschlupf mit Info-Tafeln entstehen."

Denn über 1200 Jahre ist es her, dass die slawische Burg zerstört worden ist. Zu Zeiten von Karl des Großen wurde die Burg Conno des hier vermuteten Stammes der Smeldinger durch die Sachsen und Obotriten fast dem Erdboden gleich gemacht. Teilweise erhalten geblieben ist nur der Burgwall. "Eines der ältesten historischen Denkmäler in Mecklenburg überhaupt", wie Ortschronist Walter Jacobs aus Menkendorf behauptet. Und diese Burganlage soll jetzt rekonstruiert werden. Die Pläne dazu haben die Menkendorfer bereits seit 2006 in der Schublade.

Etwa 230 000 Euro soll das ehrgeizige Geschichtsprojekt kosten. 165 000 Euro stammen davon aus der öffentlichen Hand. "Mit dieser Förderung soll ein Stück Zeitgeschichte und Baukunst der Bewohner des Landstriches wiederbelebt werden. Damit werden nicht nur die Einheimischen sondern auch die Touristen hier ein Stück Regionalgeschichte aus dem beginnenden 9. Jahrhundert nach Christi Geburt hautnah erleben und genießen können" , merkt Bürgermeister Schrank weiter an: "Es ist uns wichtig, den slawischen Burgwall wieder zurück in das Bewusstsein der Menschen in der Region und der hier verweilenden Gäste zu holen. Dafür arbeiten wir auch eng mit der Glaisiner Ortsvertretung zusammen, die ja ihre Riebeburg haben. " In Malliß solle dieser Tage außerdem ein Vorwegweiser für die historische Stätte aufgestellt werden. "Da hat die GLP uns eine schöne Eichenbohle angefertigt. In Conow steht bereits ein solches Schild", erwähnt der Ehrenamtliche, während er die Ausgleichspflanzungen begutachtet. "Dafür, dass wir an dem Ort, wo jetzt das Modell errichtet wird, Bäume wegnehmen mussten, haben wir über 20 neue Erlen angepflanzt."

Voraussichtlich Mitte Juli soll das Wall-Projekt dann bereits abgeschlossen sein.

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