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Hansa verliert beim Spitzenreiter : Hintermannschaft verteilt Geschenke

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„Dem Gegner nichts schenken, die Kogge versenken“, mit diesem Slogan begrüßten die Braunschweiger Fans den FC Hansa gestern zum Spitzenspiel der 3. Fußball-Liga. Am Ende behielten die Gastgeber mit 2:1 die Oberhand.

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erstellt am 20.Mär.2011 | 10:10 Uhr

„Dem Gegner nichts schenken, die Kogge versenken“, mit diesem Slogan begrüßten die Braunschweiger Fans den FC Hansa gestern zum Spitzenspiel der 3. Fußball-Liga. Am Ende behielten die Gastgeber mit 2:1 (2:0) die Oberhand, weil vor allem die Rostocker Hintermannschaft vor 23 000 Zuschauern im ausverkauften Eintracht-Stadion gleich mehrere Geschenke verteilte.

Beide Teams begannen das Duell in einem vergleichbaren System. Dominick Kumbela auf Braunschweiger und Radovan Vujanovic auf Rostocker Seite waren die beiden einzigen Sturmspitzen.

Während die Hausherren aber mit Norman Theuerkauf nur einen „Sechser“ aufboten, sollten für den FCH Pannewitz und Robert Müller das Mittelfeld dichtmachen. Über eine halbe Stunde lang ging dieses Vorhaben auf. Hansa attackierte früh, und die Hausherren fanden kaum eine Lücke. Auf der Gegenseite setzten die Ostseestädter einige verheißungsvolle Angriffe, konnten diese aber oft nicht zu Ende spielen. Tobias Jänicke schloss zweimal zu überhastet ab, hätte sich nach Kopfball-Vorlage von Ziegenbein (6.) sowie Zuspiel von Lartey (7.) mehr Zeit nehmen sollen. Weitere Möglichkeiten hatten Vujanovic (16./zu langsam) und Müller (28./harmloser Schuss mit links).

In der 35. Minute war es aber mit Hansas Herrlichkeit vorbei. Kapitän Pelzer spielt den Ball unbedrängt in die Füße von Kruppke, der Bellarabi auf die Reise schickt. Trybull lässt sich mit einer einfachen Körpertäuschung düpieren. Flanke zur Mitte, dort ist Kruppke schneller als Wiemann – 0:1 aus dem Nichts (35.).

Und Rostocks Schwimm-Einheiten in der Abwehr gingen weiter. Trybull rutschte weg, Wiemann war auch nicht auf der Höhe, und Theuerkauf erhöhte auf 2:0 für Braunschweig (37.).

Nur zwei Minuten später verhinderte Pelzer resolut gegen Vrancic sogar ein mögliches 0:3, wie auch Hahnel vor Bellarabi (45.).

Zunächst ohne Wechsel ging es in der zweiten Hälfte weiter. Die Gäste verbuchten zwar weiterhin die größeren Spielanteile, doch die Eintracht war bei ihren Gegenstößen stets deutlich gefährlicher. Mehrfach retteten die Hanseaten in höchster Not wie Keeper Hahnel (57./ Kumbela, 61./Henn, 66./ Kumbela) oder Pelzer (73./ Calamita, 76./Bellarabi).

Nach gut einer Stunde setzte FCH-Coach Peter Vollmann alles auf eine Karte. Er stellte in der Abwehr von Vierer- auf Dreierkette um und brachte mit Lucas Albrecht sowie Marcel Schied zwei frische Stürmer. Doch in der Partie änderte sich nur wenig. Den Gästen fehlte einfach die Durchschlagskraft.

Erst fünf Minuten vor Schluss wurde es dramatisch: Ecke Lartey, und Schied trifft zum Anschluss (85.). Jetzt schlugen die Rostocker alle Bälle nach vorne, doch es langte nicht mehr.

Zu allem Überfluss handelte sich Wiemann für ein Foul an Kruppke die zehnte gelbe Karte ein (69.) und muss in zwei Wochen gegen den FC Carl Zeiss Jena aussetzen.

Drei unschöne Aktionen gab es vor dem Block der Rostocker Fans, als Knallkörper auf der Laufbahn hochgingen (31., 37., 85.).

„Hansa hatte in beiden Halbzeiten starke Phasen. Wir ließen nach der Pause die Konterchancen zu leichtfertig liegen und sind so nach dem Eckball zum 1:2 noch mal ins Trudeln gekommen“, atmete Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht auf.

Trainer Peter Vollmann

Wir waren am Anfang ganz gut im Spiel, dominierten die ersten 30 Minuten. Wir hatten sogar zwei, drei Möglichkeiten, um in Führung zu gehen. Doch wir warfen sie leichtfertig weg. Danach kamen acht schwache Minuten mit zwei ganz dicken Böcken von Sebastian Pelzer und Michael Wiemann. Zudem produzierten wir zuviele Standards, brachten Eintracht dadurch ins Spiel zurück. Und wenn man schon ein 0:1 kurz vor Ende der Halbzeit kassiert, muss man versuchen, ohne weiteren Schaden in die Pause zu kommen. Wir versuchten es in der zweiten Hälfte zwar, brachten die Bälle aber nicht ins Zentrum, agierten nicht zwingend genug. Am Ende ist der Sieg der Braunschweiger, die noch fünf, sechs gute Konterchancen hatten, verdient.

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