zur Navigation springen
Lokales

14. Dezember 2017 | 11:23 Uhr

High-Tech-Drohne macht Luftbilder

vom

svz.de von
erstellt am 03.Aug.2010 | 06:03 Uhr

Wohlenberg | Ein unbekanntes Flugobjekt sorgt jüngst für Aufsehen am Strand von Wohlenberg. Menschen in Badehosen richteten ihren Blick gen Himmel, denn in 200 Metern Höhe schwebte eine eigenartige Konstruktion. Eine sogenannte Schwebeplattform fotografiert und filmt die Küste aus der Luft. 4,3 Kilogramm leicht und nicht größer als ein Modellflugzeug ist das Gerät, das mittels acht kleiner Propeller angetrieben wird. Sven Ruhland und Thomas Mahlmann von der Firma "helicontrol" steuern dieses Flugobjekt, das aussieht wie ein überdimensionales Spielzeug. Tatsächlich ist es eine High-Tech-Drohne, ausgerüstet mit drei Kamerasystemen.

Auftraggeber für das Video- und Fotomaterial ist Bernd Miebach, Besitzer eines Ferienhauses in Thorstorf. Die Aufnahmen will er künftig als Werbung für seine Ferienanlage nutzen. "Ich möchte den Touristen zeigen, wie schön die Ostsee ist und in welch guter Lage unser Gutshaus steht", sagt Miebach. "Helicontrol" fotografiert als erstes norddeutsches Unternehmen mit einer integrierten Spiegelreflexkamera. "Lediglich in Süddeutschland gibt es eine weitere Firma, die über diese Technik verfügt", erklärt Sven Ruhland.

Nach den ersten acht Minuten Rundflug muss der Mini-Helikopter landen, länger halten die Akkus nicht durch. Während die Schwebeplattform neue Batterien bekommt, erklärt Thomas Mahlmann die Technik: "Das Gerät fliegt mit Satelliten-Unterstützung, besitzt einen elektronischen Kompass, Druck- und Beschleunigungssensoren." Bedient wird die kleine Drohne mit einer Fernsteuerung. Der Pilot blickt dabei durch eine Brille, die ein Echtzeitbild aus der Luft anzeigt. "Nur so lässt sich diese empfindliche Technik fliegen", erklärt Mahlmann.

Die Technik gibt es zwar schon seit fünf Jahren, allerdings sei es bislang nicht gelungen, mit einer Spiegelreflexkamera an Bord der Drohne zu fotografieren, sagen die Experten. "Je schwerer das Gerät wird, desto komplizierter wird das Fliegen, denn in der Luft zählt jedes Gramm", sagt Mahlmann.

Seit der Zwischenlandung sind keine fünf Minuten vergangen, dann soll der Mini-Hubschrauber erneut starten: "Alles bereit, die Technik läuft", ruft Thomas Mahlmann - Sven Ruhland zählt den Countdown. Die Männer sind angespannt, es herrscht eine Atmosphäre wie bei einem Raketenstart. Als Thomas Mahlmann einen kleinen Hebel auf der Fernbedienung bewegt, starten die Propeller. Sand wird aufgewirbelt, dann hebt das Fluggerät langsam vom Boden ab. "Bis zu 80 Stundenkilometer schnell und bis zu einen Kilometer hoch fliegt die Schwebeplattform", erklärt Sven Ruhland. In Wohlenberg werden aber 300 Meter Höhe nicht überschritten. Das Luftfahrtbundesamt regelt, wo und in welcher Höhe die Drohne fliegen darf.

Bis maximal drei Propeller können bei einem Flug ausfallen, ohne dass die Schwebeplattform abstürzen würde. "Das sind Sicherheitsvorkehrungen, denn die Technik hat ihren Preis", sagt Sven Ruhland. Über genaue Kosten spricht er nicht, verrät aber: "Sollte dieses Modell in Serie gehen, liegt der Preis bei etwa 61 000 Euro." Eindeutig zu viel, um in die Ostsee zu stürzen. "Auch um Personen zu schützen, muss die Sicherheit gewährleistet sein", betont Ruhland. Immerhin fliegt die Drohne in Wohlenberg über Touristen. Daher sei die kleine Schwebeplattform mit einer Versicherungssumme von 15 Millionen Euro gedeckt.

Drei Mal fliegt die Drohne über die Ostsee, dann ist genug Material vorhanden. Bernd Miebach ist zufrieden. Knapp 1000 Euro zahlt er für das Film- und Fotomaterial. Die Luftbilder sind es ihm Wert. Und auch seine Gäste werden es ihm danken.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen