Hier entsteht Rostocks Truck-Dusche

<strong>Bis zu 18 250 Lkw</strong> im Jahr will Bauherr Rainer Pastoors ab November durch seine Waschanlage schleusen. <foto>Torben Hinz</foto>
Bis zu 18 250 Lkw im Jahr will Bauherr Rainer Pastoors ab November durch seine Waschanlage schleusen. Torben Hinz

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09. Juli 2010, 08:36 Uhr

Überseehafen | Maximal 50 Trucks am Tag werden ab November durch die neue Waschanlage im Überseehafen, Am Südtor 4, geschleust. Gestern nahm Bauherr Rainer Pastoors den Spatenstich vor - passend zum Großprojekt mithilfe eines Baggers. "Der schafft mehr weg als so ein Spaten", sagt er. Nach drei Jahren Planungszeit will Pastoors nun endlich mit den Arbeiten loslegen. In einer ersten Phase investiert er 600 000 Euro in seine erste Waschanlagen-Halle sowie eine klimatisierte Truckerlounge direkt nebenan. "Dort werden die Fahrer gratis duschen können, Kaffee und Snacks genießen oder umsonst E-Mails und Faxe verschicken", sagt Pastoors.

Bis 2011 soll dann eine zweite Halle gebaut werden, wodurch die Mitarbeiterzahl sich von sechs auf bis zu zehn erhöhen wird. Das lässt sich Pastoors noch einmal 400 000 Euro kosten. "Das ist ein einzigartiger Standort mit enormem Potenzial", sagt er. Erste Geschäfts-Vereinbarungen gebe es bereits, unter anderem mit der Firma Scan Ro. Durch deren Trailerservice-Station direkt neben dem Baugrundstück laufen im Jahr bis zu 3000 Laster.

Abkommen mit Speditionen

"Es gibt hier großen Bedarf", sagt der Investor. Den erzeugen aber auch andere Speditionen wie Walter, Schenker oder Kröger aus Warnemünde. Sie alle hätten bereits Interesse angemeldet. Schließlich verlieren ihre Fahrer kaum Zeit, da sie den Standort direkt neben der A 19 und in unmittelbarer Nähe zum Fährverkehr im Überseehafen auf ihren Strecken meist sowieso passieren.

Besonders stolz ist Pastoors auf den technischen Stand seines geplanten Waschcenters. "Das Herzstück ist die Wasseraufbereitungsanlage", sagt er. Die erfülle höchste Standards und ermögliche es, 85 Prozent des verwendeten Wassers erneut zu nutzen. So nehme er auch auf die Umwelt Rücksicht und senke ganz nebenbei natürlich die Betriebskosten.

In dem Geschäft hat der 46-Jährige bereits viel Erfahrung. Vor seinem neuesten Projekt führte er 16 Jahre lang eine Tankstelle in der Toitenwinkler Allee sowie 13 Jahre lang eine Tankstelle in Warnemünde. Außerdem leitete der gebürtige Rostocker zwischen 1995 und 2002 die Truckstation im Güterverkehrszentrum. "Ich habe reichlich Erfahrung gesammelt", sagt er.

Daher sei er auch positiv überrascht gewesen, wie schnell am Ende alles ging. Vor allem von den Mitarbeitern des Bauamts der Hansestadt zeigte er sich bei der Einweihung der Baustelle begeistert. "Wir haben die Baugenehmigung in acht Wochen erhalten, das ist absolut weltmeisterlich", so Pastoors. Zwischen Genehmigung und gestrigem Spatenstich lagen nur zehn Tage. "Den Zeitplan haben wir sehr gut eingehalten", sagt der Investor.

Das sei allerdings gar nicht so einfach gewesen. Bevor Pastoors mit den Planungen beginnen konnte, erfolgte zunächst eine Machbarkeitsstudie, anschließend der Weg zur Bank. Dort stieß der Unternehmer aber meist auf taube Ohren, die Wirtschaftskrise hatte die Kreditinstitute vorsichtig werden lassen. "Die Ratings wurden auf einmal ohne Grund schlechter, die Türen gingen immer schwerer auf", sagt Pastoors. Letztlich habe er aber die Ostseesparkasse als Kreditgeber mit seiner Euphorie angesteckt. "Ich freue mich, diesen Vertrauensvorschuss bekommen zu haben", sagt Pastoors. Von der Anlage träume er bereits seit zehn Jahren. Jetzt braucht sein Bauleiter starke Nerven, so Pastoors. Die habe er aber schon in der Planung bewiesen, als der Bauherr immer wieder Änderungen vorschlug und auch durchsetzte.

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