HerzBräu fließt aus den Zapfhähnen

Jürgen Schmidt begrüßt als elegant gewandeter Salomon Herz die Künstlerin Angelika Weiz. Die Sängerin mit der gewaltigen Stimme begeisterte mit  Blues, Jazz und Soul das Publikum im Eröffnungskonzert. Barbara Haak (4)
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Jürgen Schmidt begrüßt als elegant gewandeter Salomon Herz die Künstlerin Angelika Weiz. Die Sängerin mit der gewaltigen Stimme begeisterte mit Blues, Jazz und Soul das Publikum im Eröffnungskonzert. Barbara Haak (4)

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30. November 2009, 08:57 Uhr

Wittenberge | Die Elbestadt hat nach Jahren der Abstinenz wieder ein eigenes im Ort produziertes Bier. Im Brauhaus "Alte Ölmühle" entsteht der Gerstensaft. Dort wird er gezapft, und nur dort. Eine Flaschenabfüllung soll es nicht geben. Die Brautechnik kommt von einer renommierten Firma aus Süddeutschland.

Das HerzBräu, so der Biername in Anlehnung an den Gründer der Ölmühle Mitte des 19. Jahrhunderts, floss am Freitagabend erstmals offiziell aus den Zapfhähnen und über die Zugen jener, die die Genesis GmbH zur Einweihung der Schaubrauerei mit uriger Gaststätte eingeladen hatte. Für die beiden Braumeister Andreas Hoppe und Harry Erchen werden es aufregende Minuten gewesen sein. Ging es doch schließlich darum, wie ihr Gerstensaft bei den Biertrinkern ankommt. Das einhellige Urteil: "Auf jeden Fall gut."

Der Wittenberger Hoppe hat das erste HerzBräu sozusagen auf den Weg gebracht, bis mit dem Mecklenburger Erchen jener Fachmann gefunden war, der sich künftig hauptverantwortlich um das Bierbrauen in der Ölmühle kümmern wird. Beide Meister heben die Vorzüge des Biers direkt aus dem Braukessel hervor: "Es ist nicht gefiltert und nicht pasteurisiert." Das mache den besonderen Geschmack aus. Anerkennende Worte gab es aber nicht nur für die Braumeister. Häufig fiel auch der Name Rico Schädler, der für die Genesis GmbH den Umbau denkmalgerecht managte, "Tag und Nacht zur Stelle war und viele Ideen einbrachte". Fragt man Schädler, ob ihm das Bier schmeckt, sagt er lächelnd: "Ich mag kein Bier und auch keinen anderen Alkohol."

Mit dem Brauhaus im ehemaligen Saatenspeicher der Ölmühle geht die Genesis GmbH nicht nur einen Schritt in Richtung Erlebnisgastronomie für Wittenberger und Touristen, sondern verwirklicht auch konsequent ihr Gesamtkonzept für das Areal am Wasser, das in Richtung Fremdenverkehr zielt und in Übereinstimmung sowie Ergänzung mit den kommunalen Ambitionen für dieses Stadtquartier steht.

Im nächsten Jahr soll der Umbau der ehemaligen Fabrikantenvilla und des Laborgebäudes zu einem Hotel beginnen, stellte am Freitagabend Lutz Lange in Aussicht. Lange bezeichnete sich selbst als Frontmann, der für alle Gesellschafter spreche, wenn "wir uns bei allen bedanken, die uns auf unserem Weg bis hierher begleitet haben". Lange sagte: " Rund 1,5 Millionen Euro können wir ins Ölmühlgelände stecken - weil wir Fördergeld für die gewerbliche Wirtschaft, also GA-Förderung, erhalten, aber auch, weil wir mit der Volks- und Raiffeisenbank einen verlässlichen, unkomplizierten Partner an unserer Seite haben".

Am Sonnabend begann der offizielle Brauhaus- und Gaststättenbetrieb in der Ölmühle. Das Brauhaus ist von Oktober bis April mittwochs bis sonntags ab 11 Uhr geöffnet, ab Mai ist nur montags Ruhetag.

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