Herz der Gartenschau schlägt

Die Arbeiten im Eingangsbereich der Bundesgartenschau am Jägerweg machen Fortschritte. Foto: Herbert Kewitz
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Die Arbeiten im Eingangsbereich der Bundesgartenschau am Jägerweg machen Fortschritte. Foto: Herbert Kewitz

Der Schlossgarten ist fit für die Bundesgartenschau. Mit der Pflanzung einer Blutbuche wurden die Arbeiten gestern offiziell abgeschlossen. Das einzigartige Ensemble ist nun erstmals als vollständig restauriertes Gartendenkmal für die Besucher erlebbar. Dass der Schlossgarten nach der Buga ohne Zaun zugänglich ist, dafür werde er sich persönlich einsetzen, kündigte Bauminister Volker Schlotmann an.

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08. Dezember 2008, 07:14 Uhr

Altstadt | "Wollt Ihr mitbuddeln?", fragte Bauminister Volker Schlotmann (SPD). "Na, klar", riefen die Kinder aus der Kita "Schlossgeister" und griffen begeistert zu den Schaufeln. Gemein sam mit dem Minister, mit Baudezernent Dr. Wolfram Frieders dorff (Linke) und Buga -Geschäftsführer Jochen Sandner setzten sie eine Blutbuche in Sichtweite von ihrem Kin dergarten in die Erde. Es war der 730. Baum, der jetzt neu im Schlossgarten gepflanzt wurde

- und der letzte. Die Restau rierung des Areals ist abgeschlossen.

"Die historischen Gärten als Herzstück der Bundesgar ten schau sind fit für die Buga 2009", sagte Minister Schlotmann gestern bei der Pflanz aktion. Der gesamte Schloss garten sei nun erstmals als als vollständig restauriertes Gartendenkmal für die Besucher zugänglich und erleb bar. Rund 8,5 Millionen Euro hat das Land nach Angaben von Schlotmann in die Restau rierung des Gartens und in die Sanierung der Kanäle und Wehre investiert. Damit könne der Schlossgarten jetzt an die Buga 2009 GmbH über geben werden.

Anfang 2006 hatten die Arbeiten im Schlossgarten begonnen. Seitdem wurden unter anderem die Kopien der Permoserfiguren am Kreuzkanal restauriert und wieder an ihren historischen Standorten aufgestellt, die Bosketts am Kreuzkanal neu gepflanzt und das Rasenparterre sowie die Laubengänge restauriert. Auch die Burgsee- und Lennéstraße, die durch den Schlossgarten führen, haben eine neue Asphaltdecke mit Kies einstreu erhalten. Im Greenhousegarten wurden nach umfangreichen Voruntersuchungen die Mauern denkmalgerecht restauriert. Historische Wege sind saniert und von Wildwu chs befreit worden. Das Denkmal der Großherzogin Alexandrine erhielt eine Aufwertung. Auch die Wege und Treppen an den Kaskaden sind restauriert und rekonstruiert worden. Damit wurden die historischen Wegebeziehungen in den Kaskaden mit den Ausblicken auf den Schlossgarten und das Schloss wieder erlebbar gemacht. Die Bäume an der Obotriten-, Damen-, Birken- und wilden Allee wurden überwiegend erhalten und durch Pfle gemaßnahmen und Bodenauflockerung gesichert.

"Dass der Schlossgarten nun denkmalgerecht wiederhergestellt wurde, ist eine große Freude für die Stadt", sagte Baude zernent Dr. Wolfram Frie dersdorff, der dem Land für

das gezeigte Engagement dankte. Auch Buga-Geschäftsführer Jochen Sandner lobte die gute Zu sammen arbeit aller Betei ligten. "Mit dem Schlossgarten ist ein weiteres Juwel in diesen Stadt geschliffen worden", so Sandner. Leider hätten für die Herstellung des Areals auch einige alte Bäume weichen müssen. Nach An gaben des Landes wurden auf dem 24 Hektar großen Gelände insgesamt rund 470 Bäume und Sträucher gefällt - was bei Naturschützern war auf Kritik gestoßen war.

Das Schlossgarten-Ensemble sei in seiner Wertigkeit durchaus mit den königlichen Gärten von Potsdam vergleichbar, betonte dagegen Ewa Prync-Pommerencke vom Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege. Durch die Restaurierung sei auch wieder der südliche Teil des Schloss gartens als Parklandschaft mit Heck en-Labyrinth und Hippodrom erfahrbar.

Die Kinder aus der Schlossgeister-Kita jedenfalls freuen sich vor allem über die neue Blutbuche bei ihrer Einrichtung. "In dem Baum, der vorher an der Stelle stand, hingen immer die Zuckertüten der Vorschulkinder", erzählte Erzieherin Anja Przybyl.

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