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Lokales

16. Dezember 2017 | 14:13 Uhr

Herrentags-Schläger: Kein Geständnis

vom

svz.de von
erstellt am 06.Jun.2011 | 08:07 Uhr

Warnemünde | Nach dem gewaltsamen Tod des 44-jährigen Familienvaters Knut H. am vergangenen Donnerstag am S-Bahnhof Warnemünde hat der mutmaßliche Täter eingeräumt, bei der Schlägerei dabei gewesen zu sein. Ein Geständis zur Tat gibt es allerdings noch nicht. "Er beruft sich auf Gegenseitigkeit, er hat kein Geständnis bezüglich eines Totschlags abgelegt", sagte die Rostocker Staatsanwältin Maureen Wiechmann gestern. Die Ermittlungen seien dank der Videoaufzeichnungen und Zeugenaussagen überschaubar. Seit der Schlägerei am Herrentag sind mehr als zehn Zeugen befragt worden. Wiechmann rechnet mit einer Anklageerhebung gegen den 24-jährigen Beschuldigten bereits in den kommenden Wochen.

Wegen einer Kleinigkeit war der 44 Jahre alte Mann aus dem Landkreis Bad Doberan am vergangenen Donnerstag zu Tode geprügelt worden. Zwei Herrentagsgruppen waren den Ermittlungen zufolge wegen ihrer Bollerwagen in Streit geraten, der in eine Schlägerei ausartete. Nachdem die Auseinandersetzung schon beendet schien, soll der mutmaßliche 24-jährige Täter dem Opfer von hinten einen schweren Faustschlag versetzt haben. Der Attackierte wurde an der Halsschlagader verletzt und erlitt eine Hirnblutung. Wenig später, auf dem Weg ins Krankenhaus, erlag der Mann seinen Verletzungen. Die gestrige Obduktion habe diese frühe Einschätzung bestätigt, sagte Wiechmann.

Unterdessen hat der Richterbund Mecklenburg-Vorpommern den Innenminister des Landes, Lorenz Caffier (CDU), wegen dessen Äußerungen zum gerichtlichen Vorgehen gegen den mutmaßlichen Totschläger kritisiert. Caffier hatte am Wochenende dessen schnelle und konsequente Verurteilung gefordert. Die Menschen hätten wenig Verständnis dafür, wenn Trunkenheit solchen Straftätern höhere Strafen erspare, sagte der Minister.

"Wenn jemand alkoholisiert ist, dann muss natürlich geprüft werden, ob das bei der Strafzumessung schuldmildernd zu berücksichtigen ist", sagte dagegen der Vorsitzende des Richterbundes, Peter Häfner. "Wenn Herr Caffier meint, dass Alkohol grundsätzlich keine Rolle spielt, dann muss er dafür sorgen, dass das Gesetz geändert wird."

Es gibt nach Worten Häfners keinen Anhaltspunkt dafür, dass die Justiz zu milde mit dem Tatverdächtigen umgeht, ihn eventuell auf freien Fuß setzt. "Es interessiert überhaupt nicht, was Herr Caffier denkt. Die Richter werden sich jedenfalls nicht durch irgendwelche markigen Worte von Politikern in ihrer Entscheidungsfindung beeindrucken lassen", betonte der Präsident des Rostocker Amtsgerichts. Sollten die Richter den mutmaßlichen Täter des Totschlags für schuldig befinden, muss er mit einer Haftstrafe von bis zu 15 Jahren rechnen.

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