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Lokales

21. Oktober 2017 | 23:35 Uhr

Helfer am Fahrbahnrand

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erstellt am 04.Apr.2011 | 07:55 Uhr

Rostock | Sein Beruf wird von Autofahrern oft unterschätzt. Matthias Kathke (31) ist Streckenmeister der Straßenmeisterei Kröpelin auf den Fahrbahnen im Landkreis Bad Doberan und Kröpelin. "Was ich da mache, können sich die meisten Leute gar nicht vorstellen", sagt er. Oftmals wird er von Autofahrern nur als unnötiges Hindernis gesehen. Beschimpfungen und Wurfattacken muss der 31-Jährige bei seiner täglichen Arbeit aushalten: "Daran hab ich mich gewöhnt, denn es hat mich im Laufe der Zeit abgehärtet."

Damit Verkehrsteilnehmer künftig mehr Rücksicht auf die Mitarbeiter der Meistereien in Mecklenburg-Vorpommern nehmen, hat Bauminister Volker Schlotmann (SPD) gestern die Plakataktion "Ihre Sicherheit ist mein Beruf - Ihre Straßenwärter" gestartet. An 31 Standorten werden die Plakate aufgestellt. Eins davon enthüllte Schlotmann in Schutow. "Mit der Aktion wollen wir Autofahrer auf den Beitrag der Straßenwärter zur Verkehrssicherheit aufmerksam machen", so Schlotmann.

Streckenwart Katke erhofft sich durch die Plakataktion, dass die Vorbeifahrenden weniger verärgert sind, aber seine Arbeit mehr würdigen, auch wenn er für vorübergehende Verkehrsbehinderungen und Tempolimits verantwortlich ist. Schließlich sorgt er mit seinen etwa 25 Kollegen dafür, dass die B 105, sowie die Kreis-, Landstraßen und Autobahnen ordnungsgemäß beschildert sind und die Fahrbahn in Ordnung ist. "Außerdem ist es unsere Aufgabe, Unfallschäden zu beseitigen", so der 31-Jährige. Besonders in den vergangenen Wintermonaten seien viele Autos in die Leitplanken gerast. "Mehrmals in der Woche fahren wir die Straßen ab", sagt Katke. Dabei kontrolliert er die Strecken, deren Befestigung und Beschilderung. "Am häufigsten richten wir Leitpfosten zurecht, aber auch Verkehrsschilder werden oft geklaut, beschmiert oder sie verbleichen", sagt er. Zudem nimmt er Schäden an den Fahrbahnkanten auf. "In der Regel werden die Reparaturen innerhalb von zehn Tagen erledigt", so der Streckenwart. In der kalten Jahreszeit wird er mit seinen Kollegen zusätzlich in den Räum- und Streudienst eingeteilt.

Dass Katke auf den Straßen an jedem Tag einer enormen Gefahr ausgesetzt ist, daran hat er sich längst gewöhnt: "Trotzdem darf man das Risiko nie unterschätzen." Seiner Meinung nach ist der beste Schutz die eigene Angst. "Ich gucke lieber zweimal in jede Richtung", sagt der 31-Jährige.

Da die Arbeit der Straßen- und Autobahnmeistereien so schwer und gefährlich ist, wünscht sich auch Ronald Braun von der Meisterei Kavelstorf, dass die Fahrer mehr Rücksicht auf die Arbeiter nehmen: "Dass ist schließlich eine Tätigkeit, die einfach gemacht werden muss." Außerdem dient sie der Sicherheit im Verkehr, so Katke.

Straßenwärter: Ihre Aufgaben

Rund 700 Mitarbeiter sind bei den 24 Straßen- und sieben Autobahnmeistereien tätig. Sie pflegen ein 7000 Quadratmeter großes Verkehrsnetz. Zu ihren Aufgaben zählen:

  • Beseitigung von Straßenschäden und Unfallschäden

  • Pflege von Grasflächen, Bäumen und Gehölzen

  • Wartung und Instandsetzung von Lichtanlagen (Ampeln) sowie Leit- und Schutzeinrichtungen und Rastanlagen

  • Reinigung der Straßen, Seitenräume und Entwässerungsanlagen

  • Regelmäßige Kontrollen der Straßen und Brücken, Winterdienst


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