Heinze will vor dem Verwaltungsgericht klagen

... Dennis Klüver  über den beurlaubten Schönberger Bürgermeister Michael Heinze.
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... Dennis Klüver über den beurlaubten Schönberger Bürgermeister Michael Heinze.

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31. August 2009, 09:40 Uhr

Nordwestmecklenburg | Schönbergs ehemaliger Bürgermeister Michael Heinze (Die Linke) bleibt beurlaubt. Das haben die Stadtvertreter in ihrer jüngsten Sitzung entschieden. Der 53-Jährige sei für das Amt des Bürgermeisters nicht geeignet, heißt es in der schriftlichen Beschluss-Begründung. Heinze wird arglistige Täuschung vorgeworfen. Er soll seine Vergangenheit als inoffizieller Mitarbeiter für die Staatssicherheit verschwiegen haben. "Das Vertrauensverhältnis ist gestört und nicht mehr zu reparieren", sagte Stadtvertreter Dennis Klüver. Er warf Heinze sogar vor, sich in Amtsgeschäfte einzumischen, obwohl er nicht mehr Bürgermeister ist. Ein weiterer Vorwurf von Klüver: "Herr Heinze hat sich seine Ernennung zum Bürgermeister erschlichen. Er müsste das Geld, was er bekommen hat, zurückzahlen." Helmut Preller spricht von "Betrug", den der Ex-Bürgermeister begangen haben soll: "Das Rechtsbewusstsein des Herrn Heinze entspricht nicht dem einer demokratischen Grundordnung."

Marian Stickel und Lutz Goetze sehen das anders. Sie unterstützen Michael Heinze. Er habe damals die Wahrheit über seine Stasi-Vergangenheit gesagt. "Und jetzt stellen sich einige hin und sagen, wir haben davon nichts gewusst", sagte Stickel kopfschüttelnd.

Im Juli hatte die alte Stadtvertretung Michael Heinze beurlaubt. Der ehemalige Bürgermeister hatte daraufhin beim Amt Schönberger Land Widerspruch eingelegt. Nachdem der nun abgelehnt wurde, will Heinze nun vor dem Verwaltungsgericht in Schwerin klagen.

Lutz Goetze glaubt, dass er mit der Klage Erfolg haben wird. "Und dann kommen bestimmt Kosten von 12 000 Euro auf uns zu." Er bat deshalb die Stadtvertreter, vernünftig zu sein und Heinzes Widerspruch statt zu geben. Helmut Preller und fünf Stadtvertreter der CDU, SPD, Liberalen Wählergemeinschaft lehnten das ab. Die vier Stadtvertreter der Fraktion Die Linke und Marian Stickel von der Unabhängigen Wählergemeinschaft stimmten dafür.

So eine aufgeheizte Stimmung in einer Sitzung der Stadtvertreter gab es in Schönberg selten. Immer wieder waren Rufe aus den Reihen der Zuschauer zu hören. Sogar Beschimpfungen mussten sich einige der Abgeordneten gefallen lassen.

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