Heimisches Wild besser vermarkten

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10. April 2010, 01:57 Uhr

Prignitz | Rückblickend auf den für hiesige Breiten ungewöhnlich harten Winter ziehen die Jäger des Perleberger Jagdverbandes ein positives Fazit: "Trotz der ausgerufenen Notzeit hat das Wild den Winter gut überstanden", sagte Udo Becker im Anschluss an die Hauptversammlung des Verbandes.

Nur vereinzelt hätten Tiere nicht überlebt, meist habe es sich um schwache Rehe gehandelt. Becker dankte in diesem Zusammenhang den Landwirten für die Unterstützung. "Sie haben uns Futter für die Wildtiere zur Verfügung gestellt, Wege frei geschoben, die wir sonst nicht hätten passieren können."

Weiteres Thema der Versammlung sei das geplante Naturschutzgebiet bei Bootz gewesen. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) fordere für solche Schutzgebiete ein eingeschränktes Jagdverbot, welches die Jäger ablehnen. "Wir fordern innerhalb der geltenden Zeiten kontinuierliche Jagdmöglichkeiten", sagte Becker. Zusätzliche Einschränkungen würden den jetzt schon zu hohen Wildbestand weiter anwachsen lassen. "Das Wild würde sich in diese Schutzgebiete zurückziehen, erhebliche Wildschäden verursache und für die müssen die Jagdpächter aufkommen", so Becker.

Eine weitere Forderung der Jäger betrifft die Nutria. Ihre Verbreitung nehme landesweit zu, punktuell auch in der Prignitz. Bisher gelte für diese Tiere ein Jagdverbot. Dieses müsse aufgehoben werden, erklärte Becker.

Für den Herbst plant der Jagdverband erstmals eine Aktion zur Vermarktung heimischen Wildes. Dazu sollen Gespräche mit Gaststätten geführt werden. Während andere regionale Produkte bereits vielfach in hiesigen Restaurants Verwendung finden, sehen die Jäger bei Wild Nachholbedarf. Der Jagdverband Perleberg zählt 420 Mitglieder und ist in 14 Hegeringe untergliedert. Der Hegering Weisen hat sich auf eigenem Wunsch aufgelöst. Im Landkreis gibt es noch den Jagdverband Pritzwalk.

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