Hausaufgaben oder Spielen?

Zeit für Hausaufgaben: Inga Wegner-Klose ist da bei  den Kindern.
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Zeit für Hausaufgaben: Inga Wegner-Klose ist da bei den Kindern.

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19. Mai 2010, 01:57 Uhr

Boizenburg | Wir sind nicht immer gleich drauf. Es gibt Augenblicke, da könnten wir Bäume ausreißen, aber auch Momente, in denen wir ganz einfach nur unsere Seele baumeln lassen möchten. So beschreibt Carolina Gumz kurz und knapp jenen Stimmungswandel, den Erwachsene und Kinder gleichermaßen im Prinzip täglich aufs Neue durchleben.

Carolina Gumz ist die Leiterin der DRK-Kindertagesstätte "Spielhaus", in der sich 15 Erwachsene derzeit um 99 Mädchen und Jungen im Alter von drei Monaten bis zu zehn Jahren kümmern. Das Gros von ihnen besucht nach der Schule hier den Hort. Ob sie umgehend mit ihren Hausaufgaben anfangen, oder lieber erst einmal Spielen, Malen oder sich im Snoezelraum bei leiser Musik und gedämpftem Licht entspannen, können sie ganz alleine für sich entscheiden.

Wir haben uns darauf eingestellt und die dafür entsprechenden Möglichkeiten geschaffen, sagt Carolina Gumz.

In das "Spielhaus" hielt das Konzept der "Offenen Arbeit" Einzug. Seit Ende der 70er-Jahre erfreut sich dieses in deutschen Kitas wachsender Beliebtheit. Auch wir haben die so genannten Stammgruppen aufgelöst und den Kindern die Gelegenheit eingeräumt, sich in frei gewählten Spielgruppen mit selbst gewählten Aktivitäten zu befassen, sagt Carolina Gumz. So kommt es, dass oben Schüler bei ihren Hausaufgaben sitzen, und andere zeitgleich unten Karten spielen. Zwei Erzieherinnen machten sich in der Volkshochschule fit, um die offene Arbeit umsetzen zu können. Eine von ihnen ist Andrea Kujat. 20 Jahre ist sie Erzieherin und geht nun neue Wege. Für sie sind erste Erfolge spürbar. Die Kinder sind viel entspannter als früher.

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