"Hauptsache, wir holen die Punkte"

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01. November 2010, 08:35 Uhr

Rostock | Nach 14 Runden der Saison 2010/11 steht der FC Hansa zum zweiten Mal an der Spitze der 3. Fußball-Liga. Während bei den Anhängern die Euphorie und die Sehnsucht auf die Rückkehr ins deutsche Unterhaus steigen, gehen die Ostseestädter selbstbewusst, aber relaxt mit der Tabellenführung um.

"Sie ist zwar ein schöner Nebeneffekt, mehr aber auch nicht. Es war ein hartes Stück Arbeit gegen Saarbrücken. Doch wir haben die drei Punkte geholt. Darauf können wir stolz sein", so Abwehrmann Michael Wiemann, der mit einem verwandelten Elfmeter das zwischenzeit-liche 1:1 besorgte. Für den Verteidiger war es bereits der dritte souveräne Auftritt vom Punkt. "Ich habe relativ platziert geschossen, weiß eben, dass ich eine gute Innenseite habe. Ich hatte eigentlich keine Bedenken, dass der Ball nicht reingeht", so der 23-Jährige.

Auch Chefcoach Peter Vollmann misst dem ersten Platz eher weniger Bedeutung zu, meint lediglich, "dass wir dadurch eine angenehme Trainingswoche vor uns haben".

Rostocks Coach macht sich bei dem relativ kleinen Kader derzeit eher Gedanken um die Belastungen der zurückliegenden Auftritte. "Insgesamt merkt man jetzt gerade bei den jungen Burschen leichte Substanzverluste. Die müssen wir versuchen aufzufangen", sagte Vollmann, der dem Team am Montag frei gab und für heute zwei Einheiten - um 10 und 14.15 Uhr - angesetzt hat.

Doch sogar die Routiniers nehmen sich bisweilen einige Schaltpausen. "Selbst Sebastian Pelzer hatte gegen Saarbrücken mal die dollen zehn Minuten, wo er keinen Pass an den Mann brachte", so Vollmann. Allerdings sind die Ostseestädter derzeit in der Lage, die Aussetzer zu kompensieren. "Das ist das Gute an der Mannschaft. Sie kann Folgeschäden, also die Baustellen, die sie selbst aufmacht, auch wieder reparieren", wie es der Trainer formuliert.

Diese Eigenschaft macht sich in der Punktausbeute bemerkbar. Trotz keinesfalls berauschender Auftritte gegen Heidenheim (2:1), in Dresden (2:2) sowie im Duell mit Saarbrücken (2:1) holte die Truppe aus diesen drei Partien sieben Zähler und kletterte an die Spitze.

"Die Gegner haben sich zwar auf uns eingestellt, aber wir gewinnen. Ob es dabei gut aussieht oder nicht, ist doch völlig egal. Die Hauptsache ist, dass wir die Punkte holen. Das ist eben auch eine Qualität, die in der Mannschaft steckt", so Mittelfeld-Abräumer Kevin Pannewitz, der in den vergangenen beiden Wochen aufsteigende Form zeigte.

Schon am Freitag geht es in Sandhausen weiter. "Die haben vor der Saison eine Menge Geld investiert, waren ein Aufstiegsfavorit. Doch jetzt stehen sie unten drin, und wir kommen als Tabellenführer. Trotzdem dürfen wir dies nicht überbewerten, sondern müssen einfach unseren Stiefel herunterspielen, egal, wer der Gegner ist", sagt To-bias Jänicke, der damit einen der Grundzüge der Vollmann-Philosophie ("Wir beurteilen die Stärke des Gegners nicht nach dessen Tabellenplatz") sehr gut verinnerlicht hat.

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