Harsche Kritik am Budenzauber

Viel zu schmal für Budenzauber ist der untere Weg am Alten Strom, sagen Michael Smukal und Burkhard Rhode (r.).susa
Viel zu schmal für Budenzauber ist der untere Weg am Alten Strom, sagen Michael Smukal und Burkhard Rhode (r.).susa

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04. August 2010, 01:57 Uhr

Warnemünde | Rettungsfahrzeuge haben es dann, wenn am unteren Weg des Alten Stroms Verkaufsstände aufgebaut sind, sehr schwer, durch das Gedränge hindurch zu kommen. "Das habe ich kürzlich zur Warnemünder Woche live erlebt. Im Bereich des ,Seehundes standen die Leute so dicht, dass der Rettungswagen kaum vorwärts kam. Wenn es um Tod oder Leben geht, dann hört der Spaß auf", sagt Doris Stange. Darüber hinaus, so die Geschäftsfrau, gibt es nach ihrer Meinung einen weiteren Grund, auf die Buden zu verzichten. "Sie nehmen Warnemünde den Charme. Etwas mehr Niveau stände dem Rostocker Seebad gut zu Gesicht", sagt die Inhaberin des Maritim-Shops.

Ähnliche Ansichten vertreten unter anderem auch die Geschäftsleute Michael Smukal und Burkhard Rhode. "Zu Warnemünder Festen gibt es am Strom einen ,Budenzauber. Jeder Markthändler will und muss viel verkaufen. Also werden Tische und Stühle im ohnehin knapp bemessenen Freiraum zusätzlich aufgestellt. Lass da eine Gasflasche hoch- oder ein Schiff untergehen, wie kürzlich die ,Vagel Grip, dann bricht hier Panik aus", glaubt Silber-Art-Inhaber Smukal. "Wenn Am Strom etwas passiert, weil die Rettungsfahrzeuge nicht durchkommen, dann ist das einerseits für die betroffenen Menschen schlimm, andererseits schädigt es auch das Image von Warnemünde", sagt Rhode. Deshalb, so die Geschäftsleute, haben sie mit Gleichgesinnten einen Brief geschrieben und ins Rostocker Rathaus geschickt. Darin werden Fragen nach der Sicherheit und den Zuständigkeiten gestellt. "Eine Antwort haben wir noch nicht bekommen", sagt Rhode.

Von an Haaren herbeigezogener Kritik spricht der Organisator der drei Feste des Warnemünde Vereins, Jörg Bludau. Der Geschäftsführer der KVS-Agentur verweist auf insgesamt mal gerade 16 Tage im Jahr und zwar zum Stromerwachen, zur Warnemünder Woche und zum Stromfest, wo am Alten Strom Verkaufsstände stehen. "Selbst wenn auf der Bummelmeile Panik ausbrechen sollte, gibt es Fluchtwege zum oberen Strom und in die Quergassen. Es ist auch im Interesse der Veranstalter und Organisatoren, dass alles friedlich abläuft", sagt Bludau, der das Gegeneinander bedauert. "Wenn es den Kritikern um Warnemünde geht, sollte es ein Miteinander geben", fordert Bludau.

Arge Bedenken hat Jens Michael, der damit rechnet, dass die Feuerwehr von der Mole bis zur Bahnhofsbrücke 15 Minuten benötigt. Doch der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Warnemünde findet den Alten Strom auch ohne Buden gefährlich. "Das Thema Sicherheit in Warnemünde scheint nicht so wichtig zu sein. Ich wäre froh, wenn mich mal jemand zu dieser Ämterrunde in die Vogtei einladen würde, wo ich aus der Sicht der Feuerwehr ein paar Hinweise geben könnte", sagt Michael. Neben dem Alten Strom sieht er Gefahr beispielsweise in der Friedrich-Franz-Straße, die ständig komplett zugeparkt ist. "Es gibt reichlich unvernünftige Leute, die mit ihrem Auto bis zum Strand wollen. Schilder interessieren unter anderem zur Veranstaltung Leuchtturm in Flammen nicht", kritisiert der Wehrführer.

Ortsamtsleiter Reinhold Schmidt betont, dass es bei Festen wie Stromerwachen, Warnemünder Woche und Stromfest genaue Festlegungen und Kontrollen seitens der Stadtverwaltung direkt vor Ort gibt. "Da geht es beispielsweise um Durchfahrtsbreiten und Mindestabstände. Was zählt, sind die Fakten und nicht subjektive Empfindungen", betont Schmidt, der den Wehrführer zur Ämterrunde am 2. September einladen möchte.

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