Trainer Vollmann setzt auf Peter Schyrba : Hansas letzte Vollzeitkraft

Mittagessen in der Sportschule Oberhaching. Es gibt Unmengen Kohlenhydrate. Peter Schyrba gesteht ein: 'Ich lechze mal wieder nach McDonalds oder einer schönen fettigen Pizza.' Peter Richter
Mittagessen in der Sportschule Oberhaching. Es gibt Unmengen Kohlenhydrate. Peter Schyrba gesteht ein: "Ich lechze mal wieder nach McDonalds oder einer schönen fettigen Pizza." Peter Richter

Der FC Hansa Rostock kroch, so schiens, am Mittwoch beim 1:1 in Aalen - im vierten Spiel innerhalb von nur elf Tagen - auf dem Zahnfleisch. Ob das wirklich so war, fragten wir einen, der es wissen muss: Peter Schyrba.

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18. Februar 2011, 10:48 Uhr

Ober-haching | Fußball-Drittligist FC Hansa kroch, so schien, am Mittwoch beim 1:1 in Aalen - im vierten Spiel innerhalb von nur elf Tagen - auf dem Zahnfleisch. Ob das wirklich so war, fragten wir einen, der es wissen muss: Peter Schyrba. Denn der ist mit 30 Jahren nach dem 23 Tage älteren Kapitän Sebastian Pelzer sowie dem momentan nicht dem Kader angehörenden Enrico Neitzel (33) der "Veteran" im Team - und darüber hinaus Rostocks letzte Vollzeitkraft: Niemand sonst als der Rechtsverteidiger stand sämtliche 24 Punktspiele der Saison 90 Minuten lang auf dem Platz. Also muss "Pete" doch der Allerplatteste sein, oder? "Nein, das kann ich mir nicht vorstellen. Wir in der Abwehr reagieren ja meistens. Für die, die im offensiven Bereich agieren wie Marcel Schied, Björn Ziegenbein, Mohammed Lartey und Tobias Jänicke, ist die Belastung viel größer. Das kann man gar nicht hoch genug einschätzen, was die für ein Pensum leisten."

Aber natürlich gehen die englischen Wochen auch an Schyrba nicht spurlos vorüber: "Ich brauche zur Zeit viel Schlaf, bin im Moment bei zwölf bis 14 Stunden täglich. Man konzentriert sich nur noch auf die nächste Aufgabe. Alles andere wird zurückgestellt."

Nach der Partie in Aalen sei er noch bis drei Uhr morgens wach gewesen. "Ich war aufgewühlt und voller Adrenalin. Da braucht es seine Zeit, bis man zur Ruhe kommt. Aber Malick (Stürmer Bolivard - d. Red.), mit dem ich schon die ganze Saison zusammen in einem Zimmer bin, geht es ähnlich. Er hat immer die passende Musik dabei", verrät der Defensivmann, der kürzlich sein 18-monatiges Grundlagenstudium des Sportjournalismus mit der Note "Befriedigend" abschloss: "Zum Glück vor der Rückrunde, so dass ich mich 100-prozentig dem Fußball widmen kann. Schließlich laufe ich seit zehn Jahren dem Ziel hinterher, mal wieder in der 2. Liga zu spielen."

Peter Schyrba kam einst für den MSV Duisburg sogar einmal in der 1. Bundesliga zum Einsatz (3:1 bei Hertha BSC Berlin am 14. April 1999/in der 90. Minute eingewechselt), bestritt zudem 2000/01 vier Partien im "Unterhaus".

Heute bei der SpVgg Unterhaching (14 Uhr Generali-Sportpark) strebt der FCH trotz der großen Anstrengungen der zurückliegenden 14 Tage den neunten Auswärtssieg der Saison an. "Wir sind eine Mannschaft, wir stehen das durch", versichert Hansas Stammkraft Nr. 1. "Wichtig sind Wille und Kopf. Egal, wie das auf dem Platz aussieht, wir wollen drei Punkte holen. Das Hinspiel (7:2 - d. Red.) ist zwar noch ein bisschen im Hinterkopf, aber wir wissen, es wird schwer. Denn für Unterhaching geht es langsam in Richtung Abstiegszone. Die werden bis zur letzten Patrone kämpfen."

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