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Hansa-Stürmer Schied gelingt Durchbruch beim Herzensverein

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erstellt am 04.Okt.2010 | 07:11 Uhr

Rostock | Nie war er so wertvoll wie heute. Für Hansa Rostock jedenfalls. Marcel Schied hat sich bei seinem Verein ("eine Herzensangelegenheit") vom belächelten Mitläufer zum gefeierten Hauptdarsteller im wahrsten Sinne des Wortes heraufgearbeitet. Sechs Saisontore stehen mittlerweile auf dem Konto des wuseligen Angreifers, den vor der Saison kaum einer auf der Rechnung hatte. Schied bleibt trotzdem bescheiden. "Ich freue mich, dass das Quäntchen Glück zu mir zurückgekehrt ist", sagte der 27 Jahre alte einstige U21-Nationalspieler.

Vielleicht ist es auch dieses Stück Zurückhaltung, das dem gebürtigen Weißenfelser den ganz großen Durchbruch verwehrte und die ihn auch in Rostock nicht eben zur festen Bank machten. Eher zur Ersatzbank oder zum Tribünengast oder gar zur Leihgabe. In den Serien 2003/2004 und 2004/2005 war Schied jeweils für ein Jahr beim VfL Osnabrück und bei der SpVgg Unterhaching "geparkt". Nach den Stationen FC Carl Zeiss Jena und Eintracht Braunschweig kehrte er dann im Sommer vergangenen Jahres zum FC Hansa zurück, geholt von seinem "Ziehvater" Andreas Zachhuber.

Das Happy End ließ aber wieder ein Jahr auf sich warten. Schied musste auch den neuen Trainer Peter Vollmann erst von sich überzeugen, ehe der ihn am vierten Spieltag erstmals in die Startelf beorderte. Ein guter Schachzug. Der quirlige Schied gewann mit jedem Einsatz an Sicherheit und löste Radovan Vujanovic als hanseatische Nummer eins im Angriff ab. Wenn es noch eines Beweises dafür bedurft hätte, lieferte Schied den am vergangenen Wochenende beim 3:1 in Jena ab. Zwei Tore und eine Vorlage bescherten den Rostockern den achten Sieg im elften Saisonspiel. "Ich glaube, es gibt schlechtere Samstage", meinte Schied verschmitzt und glücklich.

Die Zwischenbilanz hatte der völlig neu formierten Truppe niemand zugetraut. "Die Punkte kann uns keiner mehr nehmen. Das ist entscheidend, um oben dranzubleiben", befand der nur 1,73 Meter große Stürmer. Das Wort Aufstieg kommt nicht über seine Lippen. Schied weiß warum. Dafür hat er in seinem Fußballerleben, das ihn quer durch Deutschland geführt hat, schon zu viel erlebt. Aber davon träumen - das kann niemand verbieten.

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