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Lokales

19. November 2017 | 13:27 Uhr

Hansa ohne eigene Fans in Sandhausen

vom

svz.de von
erstellt am 25.Okt.2010 | 09:42 Uhr

Rostock | Sitzungsmarathon gestern beim Fußball-Drittligisten FC Hansa: Aufsichtsrat, Vorstand, Fanbetreuung des Vereins sowie das Fanprojekt Rostock saßen den ganzen Tag zusammen und diskutierten über die Vorfälle bei der Partie in Dresden (2:2). Zum wiederholten Male kam es im Gästeblock bei einem Auswärtsspiel des FCH zum Zünden von Pyrotechnik. "Der FC Hansa verurteilt das Geschehene aufs Schärfste und entschuldigt sich für diese unschönen Begleiterscheinungen eines ansonsten fairen Derbys", so Rostocks Vorstandschef Bernd Hofmann.

Die Verantwortlichen des ostdeutschen Traditionsvereins einigten sich auf einen umfangreichen Maßnahmenkatalog, um die Vorfälle lückenlos aufzuklären. In Abstimmung mit Dresden werden beide Vereine wegen der Vorkommnisse Strafanzeige stellen. Hansa unterstützt Dynamo bei der Auswertung des Videomaterials und ist aktiv bei der Identifizierung der Straftäter behilflich. Der zukünftige Auswärtskartenverkauf wird grundsätzlich wieder unter der Obhut des FC Hansa abgewickelt. Bisher tat das die Fanszene Rostock e. V. Zudem soll eine noch engere Zusammenarbeit zwischen dem Fanprojekt und dem Club erfolgen.

"Wir werden und können jetzt nicht alles in Frage stellen, was es in den vergangenen Monaten an Fortschritten im Verhalten unserer Fans bei Heim- und Auswärtsspielen sowie bei der Zusammenarbeit zwischen Verein und Fanszene gegeben hat. Aber wir dürfen nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Auch gegenüber Mannschaft, sportlicher Leitung und dem Deutschen Fußball-Bund stehen wir in der Pflicht, haben um Vertrauen geworben und es bekommen. Den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen bedeutet auch, solche Leute herauszufiltern und zu bestrafen, die unsere Bemühungen mit Füßen treten", sagte Hofmann.

Die Ostseestädter schlugen dem DFB ein Strafmaß vor, verzichten bei den nächsten beiden Auswärtsspielen in Sandhausen sowie bei Wehen Wiesbaden auf Karten für Gästefans.

"Wenngleich es unsere ehrlichen Anhänger am härtesten trifft, haben wir uns zu diesen Maßnahmen entschlossen. Wir werden jede Entschädigungszahlung für die entgangenen Auswärts-karten der jeweiligen Vereine akzeptieren", erklärte Hansas Vereinsboss.

Trotz der Bemühungen der Rostocker dürfte das Strafmaß des DFB höher ausfallen als die Kompensationszahlungen an Sandhausen und Wehen Wiesbaden. Neben einer saftigen Geldstrafe (im Mai bei den Vorfällen in Düsseldorf waren es 35 000 Euro) droht Hansa zudem ein Teilausschluss des Publikums bei einer Heimpartie oder sogar ein komplettes Geisterspiel. Bis spätestens morgen rechnet Hansa mit einem Urteil vom DFB.

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