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Lokales

21. August 2017 | 08:43 Uhr

Hansa nimmt Haching auseinander

vom

Spektakulärer 7:2-Sieg / Rostocker liegen sogar zwischenzeitlich hinten, aber die zweite Halbzeit wird zum einzigen Sturmlauf

Der FC Hansa gewinnt zum dritten Mal in Folge, und wie! Schwungvoll, ansehnlich, torreich, spektakulär: Das 7:2 (2:2) am Sonnabend vor gut 10 000 Zuschauern in der DKB-Arena gegen die SpVgg Unterhaching am 6. Spieltag der 3. Fußball-Liga 2010/11 bedeutet nicht nur den fünften Saisonsieg – die zweite Halbzeit ist der hammermäßigste Auftritt seit dem 9:0 gegen Koblenz vor zwei Jahren.
Die gleiche Start-Elf wie beim 2:0 eine Woche vorher bei Werder Bremen II kommt prima rein in die Partie. Schon in der 4. Minute fällt das 1:0. Ziegenbein leitet schön ein, Lartey gibt die Kugel weiter an Jänicke, platzierter Flachschuss, Tor.

Doch es dauert nicht lange, da nutzt Nygaard einen Stellungsfehler, entwischt Pelzer – 1:1 (9.). Damit nicht genug: Wiemann sieht schlecht aus ebenfalls gegen Nygaard, von dem daraufhin über die Zwischenstation Tunjic das 1:2 durch Amachaibou ausgeht (20.).

Hansa im Hintertreffen! Eine Situation, die der Mannschaft fast fremd ist, mit der sie in dieser Saison zuvor erst einmal konfrontiert war (0:3 beim VfB Stuttgart II). Die Blau-Weißen auf einmal unter dem Druck, einem Rückstand hinterherlaufen, etwas tun zu müssen. Aber die Rostocker verrichten vernünftige Konstruktivarbeit.

Ziegenbein sorgt für die meisten Akzente. In der 24. Minute ist er nach Pass von Pannewitz einen kleinen Tick zu spät dran gegen Kampa. Dann lässt der Mann mit den gelben Töppen fein einen Kontrahenten aussteigen, schießt aber den nächsten an. Anschließend fegt ein Schuss von Schyrba nicht nur am Tor, sondern auch an Lartey und Schied vorbei (27.).

Zum Ende der ersten Hälfte liegt das 2:2 in der Luft. So bei einem Schuss von Wiemann, den ein Hachinger abblockt. Im Anschluss hat Jänicke freie Bahn, verzieht aber unkonzentriert (44.).
Wenige Sekunden danach aber liegt der Ball folgerichtig im Netz, der Treffer zählt, obgleich Schütze Lartey knapp im Abseits steht (45.).

Die zweite Hälfte genügt aus Rostocker Sicht höheren Ansprüchen. Die Gäste werden nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen. Schied spielt raus auf Schyrba, Flanke, Kopfball Vujanovic – 3:2 (55.). Pelzer, der von ganz hinten gerannt kommt, um sich einzumischen, lässt das 4:2 folgen (Hoffmann fälscht den Ball ins eigene Tor ab/59.). Hansa jetzt wie entfesselt, Perplexität bei den Oberbayern und ihren 14 (!) mitgereisten Fans: 5:2 Schied nach Eingabe von Vujanovic (72.), 6:2 Neitzel mit seinem ersten Ballkontakt (76./Jänickes Schuss wehrt Kampa ab, der Ball springt dem gerade eingewechselten Stürmer vor die Füße). Das Tor zum Endstand bleibt dem überragenden Ziegenbein vorbehalten: Der ebenfalls frisch in die Partie gekommene Albrecht trifft den Pfosten, die Kugel prallt ab zur anderen Seite, und Ziegenbein macht sehr überlegt mit feinem Lupfer gegen die Laufrichtung von Kampa unter gleich noch mal Einbeziehung jenes Pfostens das 7:2 (88.).

Sieben Tore, sieben Schützen – ein klarer Ausdruck für die neue Rostocker Qualität: Aus kürzlich noch einfallslos und leicht durchschaubar ist unausrechenbar geworden.


Trainer Peter Vollmann

Erste Halbzeit haben wir alles erlebt: schnelle Führung, Ausgleich, Rückstand, wieder Ausgleich. Man sah, dass wir Probleme hatten. Ich war froh, dass dann Pause war und wir die Viererkette neu ordnen konnten. Bei mir ging die Angst erst nach dem 5:2 weg, weil bis dahin immer Unruhe da war. Wir versuchten in der zweiten Halbzeit, durchgängig nach vorn zu spielen, waren immer auf ein Tor aus. Das Ergebnis ist vor allen Dingen in der Höhe auch für mich überraschend. Insgesamt bin ich mit meiner Mannschaft hochzufrieden. Dafür gibt es jetzt erst mal drei freie Tage, aber keine Euphorie. Die ist kontraproduktiv im Fußball. Deswegen lassen wir so etwas auch gar nicht erst aufkommen, sondern bleiben mit beiden Beinen auf dem Boden.

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von
erstellt am 29.Aug.2010 | 06:19 Uhr

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