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Pannewitz und Stoll bilden gegen Jena die Innenverteidigung : Hansa: "Debütant" und Routinier

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Vor dem Spiel der 3. Fußball-Liga gegen Carl Zeiss Jena (Sonnabend 14 Uhr) verlangt Peter Vollmann, Trainer von Gastgeber FC Hansa: "Wir müssen unsere Gegentorsituation verbessern!" Damit meint er nicht nur die Abwehr.

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erstellt am 30.Mär.2011 | 07:43 Uhr

Rostock | Vor dem Spiel der 3. Fußball-Liga gegen Carl Zeiss Jena (Sonnabend 14 Uhr DKB-Arena) verlangt Peter Vollmann, Trainer von Gastgeber FC Hansa: "Wir müssen unsere Gegentorsituation verbessern!"

Was er meint, ist, dass seine Mannschaft in letzter Zeit zu oft und zu billig in Rückstand bzw. auf die Verliererstraße gerät. Ansprechen tut er nicht nur, aber auch keineswegs zuletzt die Abwehr. Beispiele für ein alles andere als stimmiges Verteidigen gibt es genug. Siehe das 0:3 in Unterhaching, das schnelle 0:1 (4.) beim 4:1 in Burghausen oder den Doppelschlag-K. o. (35., 37.) beim 1:2 in Braunschweig.

"Wir müssen ständig rotieren"

Vollmann spricht vom "innerlichen Druck, der jetzt in jedem Spiel spürbar sein" werde. "Wir sind vielleicht etwas nervöser, nicht mehr so flüssig und locker wie in der Hinrunde. Aber wir müssen ja auch ständig rotieren." Und das nicht nur wegen Verletzungen (Hendrik Groß-öhmichen z. B. fällt für das Wochenende aus), sondern gerade auch auf Grund von Sperren. Michael Wiemann etwa saß nach der 20. Runde seine fünfte gelbe Karte ab. Inzwischen hat er sich in nur neun Partien fünf weitere eingehandelt, sah allein in den zurückliegenden fünf Begegnungen viermal Gelb.

Das ist zuviel, so etwas ärgert den Coach, zumal Wiemann in der Innenverteidigung seine einzige Konstante ist, seit sich Stephan Gusche beim 2:1 gegen Heidenheim am 12. Spieltag verletzte.

Am Sonnabend werden Martin Stoll und Kevin Pannewitz die zentrale Abwehr bilden - Letzterer erstmals und als bereits der achte (!) Hanseat, der 2010/11 diese Position bekleidet. Der 19-Jährige wurde zwar seit der C-Jugend nicht mehr als Verteidiger aufgeboten, doch das macht ihm nichts aus. "Solange ich spielen darf, ist alles gut, dann gehe ich auch in den Sturm", versichert der Ex-Libero. Er glaubt, dass ihm die Umstellung nicht so schwer fallen werde: "Ob ich als ,Sechser oder in der Innenverteidigung zum Einsatz komme, ist eine ähnliche Situation. Von ganz hinten heraus hat man vielleicht sogar einen Tick mehr Zeit als im Mittelfeld, das Spiel aufzubauen, aber du darfst dir natürlich keine Fehler leisten. Da hast du als ,Sechser den Vorteil, dass immer noch einer hinter dir steht."

Martin Stoll - bislang vier Saisonpartien, aber nur zwei über die volle Zeit - ist nach seiner Muskelverletzung im linken Oberschenkel wieder fit und erkennt die Riesenchance auf einen Stammplatz für den Rest der Saison: "Natürlich, absolut. Das war ja schon zum Anfang der Rückrunde mein Ziel, mich in der Mannschaft festzuspielen. Ich möchte ihr helfen und denke, ich bin auch imstande dazu." Als Abwehrchef sieht er sich gegen Jena aber ungeachtet seiner u. a. 18 Einsätze in der 1. und 93 Spiele in der 2. Bundesliga für den Karlsruher SC nicht: "Es liegt vielleicht ein Stückweit mehr bei mir, den Mund aufzumachen, aber Kevin und ich müssen beide aufeinander eingehen. Überhaupt ist es wichtig, dass alle an einem Strang ziehen, damit es funktioniert."

Nächster Brennpunkt in der Defensive könnte die Position des Rechtsverteidigers sein. Sollte Stammkraft Peter Schyrba die drohende Gelb-Sperre ereilen, plant Vollmann hier mit Björn Ziegenbein als Stellvertreter. Doch der hat auch schon vier gelbe Karten "auf dem Buckel". Durchaus möglich, dass beide gleichzeitig eine Partie pausieren müssen...

Im Interview: Peter Vollmann, Cheftrainer des FC Hansa Rostock
"Pannewitz und Stoll sind im Moment erste Wahl"

Herr Vollmann, Sie fordern eine Verbesserung der Gegentorsituation ein. Wie genau ist das zu verstehen? Damit kann ja nicht allein die Abwehr gemeint sein?!

Nein. Wir bekommen im Moment zuviele Gegentore. Das liegt aber an der ganzen Mannschaft. Das müssen wir 100-prozentig abstellen. Nur wenn wir sehr stabil stehen und keinen Rückständen hinterherrrennen müssen, werden wir Erfolg haben. Wenn wir Treffer kassieren, entstehen negative Komponenten. So was löst immer eine gewisse Unruhe aus. Wir müssen dem Gegner einfach weniger Torchancen gestatten, indem wir offensiv spielen auf der Basis eines stabilen Abwehrverhaltens. Damit meine ich, dass wir in der Hinrunde deutlich früher die Bälle gewonnen haben – nicht erst in letzter Instanz – und so den Gegner oft auf dem falschen Fuß erwischten. Da müssen wir wieder hinkommen.

Haben Sie mit Kevin Pannewitz und Martin Stoll zuletzt im Landespokal gegen Pampow bereits die Innenverteidiger-Besetzung aufgeboten, die Ihnen auch für das Punktspiel gegen Carl Zeiss Jena vorschwebt?

Die beiden sind im Moment erste Wahl. Wir nehmen dadurch zwar mit Kevin einen unserer „Sechser“ weg, aber Martin Stoll macht sein drittes volles Spiel und hat im Moment mit sich selbst genug zu tun. Der muss ja erst mal wieder rein-finden und kann da nicht noch andere dirigieren. Ich denke, Kevin braucht, weil er mehr Erfahrung hat, weniger Anleitung als Tom Trybull, und ich hoffe, dass er und Martin voneinander profitieren werden.

Sergej Evljuskin macht im Training einen guten Eindruck. Könnte er am Sonnabend im defensiven Mittelfeld eventuell sogar zu seinem zweiten Drittliga-Einsatz von Beginn an kommen?

Sergej ist gut im Saft und hat alle Chancen, am Wochenende dabeizusein. Hängt natürlich davon ab, ob ich mich für einen oder zwei Stürmer entscheide. Spielen wir mit einer Spitze, könnte er gemeinsam mit Robert Müller auf der „Sechs“ zum Einsatz kommen.

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