Rostock: Serienräuber schlägt mindestens sechs Mal zu : Handys überführen Schwerverbrecher

Erfolgreiche Ermittlungen präsentieren Oberstaatsanwalt Peter Lückemann, Kriminaldirektor Peter Mainka und Erster Kriminalhauptkommissar Jörg Holz (v. l.). Georg Scharnweber
Erfolgreiche Ermittlungen präsentieren Oberstaatsanwalt Peter Lückemann, Kriminaldirektor Peter Mainka und Erster Kriminalhauptkommissar Jörg Holz (v. l.). Georg Scharnweber

Eine Sonderkommission der Polizei hat am Freitag einen gefährlichen Räuber überführt. Der 34-Jährige hatte zwischen dem 6. und 22. November mit einem Messer bewaffnet wahllos Leute im Rostocker Nordwesten überfallen.

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29. November 2010, 08:22 Uhr

Rostock | Eine Sonderkommission der Polizei hat am Freitag einen gefährlichen Räuber überführt. Der 34-Jährige hatte zwischen dem 6. und 22. November mit einem Messer bewaffnet wahllos Leute im Rostocker Nordwesten überfallen. Seine Masche: Er verwickelte seine Opfer jeweils an Wochenenden in offenbar harmlose Gespräche, zückte dann sein Messer und verlangte Handys und Geld.

Als sein viertes Opfer, das gerade auf dem Heimweg aus einer Discothek war, die Herausgabe verweigerte, stach er zweimal zu. Leichte Verletzungen an Arm und Hüfte waren die Folge. "Das war für uns ein ganz großes Alarmzeichen", sagt Polizeichef Peter Mainka. Lebensgefährliche Stichwunden durch den Serientäter seien nur eine Frage der Zeit gewesen. Deswegen wurde anschließend die Sonderkommission aus Schutz- und Kriminalpolizei eingesetzt. Außerdem liefen zusätzliche Polizisten in zivil Streife - erfolglos.

Am Wochenende darauf schlug der Täter wieder zu. Diesmal sprach er in der Trelleborger Straße drei Jugendliche an, setzte einem von ihnen ein Messer an den Hals und erbeutete Handys und Geld. In der darauffolgenden Nacht raubte er zwei Männer aus, die er zuvor im Eros Center kennengelernt hatte. Bisher konnte die Staatsanwaltschaft ihm mindestens sechs Taten nachweisen. Weitere Ermittlungen laufen, denn bei der Hausdurchsuchung am Freitag wurden weitere verdächtige Gegenstände gefunden.

Zum Verhängnis wurden dem Erpresser die erbeuteten Mobiltelefone. "Über technische Maßnahmen sind wir an die Handys und so an die Käufer gelangt", sagt Kriminalhauptkommissar Jörg Holz. Die wiederum führten die Beamten auf die Spur des bereits seit den frühen 1990er-Jahren polizeibekannten Täters.

Bis vor etwa einem Jahr saß er noch in Haft. Die Freiheitsstrafe von elf Jahren erhielt der 34-Jährige für ähnliche Verbrechen - Diebstahl in Verbindung mit besonders schwerem Raub. Selbst im Gefängnis beging er weitere Straftaten, unter anderem Körperverletzung. "Dafür hat er noch einmal Nachschlag bekommen", sagt Mainka. Nach der Entlassung stand der Rostocker unter Führungsaufsicht, gegen die er aber verstieß. Dafür wurde er bereits in der vergangenen Woche verurteilt.

Für seine Überfälle muss er zudem mit einer längeren Haftstrafe rechnen. "Jede einzelne Tat wird mit einer Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft", sagt Oberstaatsanwalt Peter Lückemann. Allerdings werde eine Gesamtstrafe gebildet, statt die Einzelstrafen aufzusummieren. Je nach Ermittlungsergebnissen wird er zudem die nachträgliche Sicherungsverwahrung beantragen.

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