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Lokales

14. Dezember 2017 | 11:23 Uhr

Hammerschläge mit Schalmeienklang

vom

svz.de von
erstellt am 11.Aug.2010 | 10:43 Uhr

Perleberg | Noch ist es ein hässliches Entlein, doch ein Schwan soll daraus werden. Die Rede ist vom 1844 erbauten Gebäude Großer Markt 12, dem künftigen Sitz der Lotte Lehmann Akademie. Im Beisein von Teilnehmern und Dozenten des Sommerkurses wurde mit den symbolischen drei Hammerschlägen gestern Abend der Baubeginn manifestiert. "Wenn möglich, wollen wir noch im Herbst mit der Komplettsanierung beginnen, so dass im Winter bereits der Innenausbau in Angriff genommen werden kann", so Architekt Klaus Röpke. Der Bauantrag sei gestellt, die notwendigen bautechnischen Nachweise sind in Arbeit bzw. wie die Statik bereits fertig. Ende des Monats rechnet Röpke, in die Ausschreibung gehen zu können.

Ein musikalisches Kleinod wie die Akademie soll nun auch ein standesgemäßes Domizil erhalten. Neben der kulturellen ist zugleich eine touristische Nutzung des Gebäudes ins Auge gefasst. Multifunktionell könnte man das angedachte Innenleben umschreiben, das in erster Linie den Anforderungen des Akademiebetriebes gerecht werde und zugleich auch so konzipiert sei, dass Dritte die Räumlichkeiten nutzen können, wie Bürgermeister Fred Fischer betonte. Als hörbares Zeichen, das man vielleicht auch im Potsdamer Kulturministerium vernimmt, ließ er gestern eine Schalmei erklingen.

Im Eingangsbereich im Erdgeschoss soll neben der Stadtinfo eine kleine Dauerausstellung an die Namensgeberin, die Operndiva Lotte Lehmann, an ihr Leben und Werk erinnern. Über zwei Etagen werden sich die eigentlichen Probenräume erstrecken. Entstehen werden zudem Büroräume, ein Sanitärbereich und eine kleine Küche. Über einen Fahrstuhl sind die oberen Stockwerke auch für Rollstuhlfahrer erreichbar. Dieser ist zudem so dimensioniert, dass auch größere Musikinstrumente transportiert werden können.

Interessant dürfte die Innenhofgestaltung sein. Hier soll eine Art Atrium entstehen mit einer Glaskuppel als Abschluss. Sowohl der Hof als auch das Erdgeschoss würden somit Platz bieten für öffentliche Veranstaltungen. Während über Winter möglicherweise bereits der Fahrstuhl eingebaut werden könne, geht es im Frühjahr unter anderem an die Fassade, erläutert der Architekt den Zeitplan. Mit im Boot ist in jedem Fall die Denkmalpflege, denn man baue im Sanierungsgebiet. Farbkonzepte, aber auch Fenster, Türen und dergleichen werden abgestimmt.

Parallel arbeitet derzeit ein Fachplaner an einem möglicherweise gemeinsamen Heizsystem für dieses Gebäude und das Rathaus. Kurzum, alles und alle stehen in den Startlöchern. "Es gibt ein gutes Miteinander mit der Stadt und der Big-Städtebau", betont der Architekt. Dennoch wird auch die dritte Sommerakademie noch nicht unter dem neuen Dach stattfinden können, räumt er ein. "Hier entsteht Sonderbau, das heißt, beispielsweise Fragen des Brandschutzes oder der Wärmedämmung müssen über entsprechende Büros geplant werden. Und das braucht seine Zeit." Ende 2011 rechnet der Architekt mit der Fertigstellung.

Rund 1,2 Millionen Euro sind für das Gesamtprojekt veranschlagt, das zu 75 Prozent über das Bund-Länder-Programm Aktive Stadt- und Ortsteilzentren gefördert wird. Der entsprechende Bewilligungsbescheid liegt vor, bestätigt Hans-Christian Sauer, Projektleiter der Big-Städtebau.

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