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Lokales

18. Oktober 2017 | 06:00 Uhr

Halle 207 nimmt Gestalt an

vom

svz.de von
erstellt am 03.Jun.2011 | 07:55 Uhr

Östliche Altstadt | Ein so großes Buch haben die Kinder wohl noch nie gesehen. Selbst im riesigen Malsaal der Theaterwerkstätten am Gerberbruch sieht es gewaltig aus. Und das Beste: Wenn es erst einmal bemalt ist, sollen es die Schauspieler des Volkstheaters mit Leben füllen. Das Buch ist Teil der Kulissen für das diesjährige Sommerfestival in der Halle 207. Erdacht hat es Andrea Eisensee, Bühnenbildnerin und verantwortlich für die Gestaltung der Halle seit Beginn des Sommerfestivals Broadway. Jedes Jahr lässt sie sich etwas anderes einfallen. 2011 steht alles im Zeichen der großen Musical-Produktion "West Side Story". Alles erinnert an die Straßen von New Yorks Westside in den 50er-Jahren. Das überdimensionale Buch jedoch wird das Bühnenbild für das Kinderstück dieses Sommers: "Der Sängerkrieg der Heidehasen".

"West Side Story" bleibt Grundraum

Ein halbes bis dreiviertel Jahr hat Eisensee an dem Bühnenbild gearbeitet. Es ist eine besondere Herausforderung: "Denn die Halle 207 bietet nicht die technischen Voraussetzungen wie ein Theater", erklärt sie. Es können nicht einfach Teile der Kulissen gehoben, versenkt oder zur Seite geschoben werden. "Darum bleibt das Motiv New York immer der Grundraum", so die Bühnenbildnerin. Die Kulissen für die einzelnen Produktionen müssen aufeinander abgestimmt werden.

Auf die Idee mit dem riesigen Hasenbuch kam Eisensee, als sie auf der Suche nach einer Möglichkeit war, die verschiedenen Bilder der Geschichte, also die Ortswechsel, zu gestalten. "Ich wollte ein Objekt schaffen, dass die Veränderungen aus sich heraus ermöglicht. Da war es bis zu der Idee eines Buches nicht mehr weit", erklärt Eisensee. Die verschiedenen Seiten lassen sich auf- und ausklappen, sodass Dreidimensionalität entsteht. Außerdem sind die einzelnen Buchseiten durch Fenster und Türen quasi miteinander verbunden. Und das Geniale ist, es funktioniert überall. "Es kann genauso gut in einer Schule oder auch hier im Malsaal als Kulisse dienen."

In den letzten Wochen vor der Premiere ist Eisensee fast täglich in den Werkstätten, um sich mit den Mitarbeitern zu beraten. "Viele Fragen kommen erst im Produktionsprozess auf", sagt die Bühnenbildnerin. Beispielsweise die nach der Befestigung ausklappbarer Teile oder der Beschaffenheit verwendeter Stoffe. "Da ist es mir lieber, wir beraten uns einmal mehr als zu wenig." Schließlich sei der Zeitplan eng gestrickt. Außerdem gebe es am Volkstheater nur sehr bedingt Spielraum für Irrtümer. "Ein großes Ausprobieren, wie es an einigen Theatern gängig ist, kann sich das Rostocker Theater weder zeitlich noch finanziell leisten", so Eisensee. Dafür sei die Dichte der Produktionen auch viel zu hoch. Darum müsse alles funktional sein. Beim Entwurf des Bühnenbildes muss Eisensee schon vieles vordenken.

Am 11. Juni geht es mit einem Konzert los

Das gigantische Märchenbuch wird nun erst einmal wieder in seine Einzelteile zerlegt. So lassen sich die Seiten besser bemalen. Ein farbenfrohes Bild soll es werden. In der kommenden Woche beginnen die Aufbauten in der Halle 207. Dann wird der Boden verlegt und vor Ort bemalt. Und bald schon wird getanzt, gesungen und gespielt. Am 11. Juni beginnt das Sommertheater in der Halle 207 mit einem Philharmonischen Konzert.

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