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Hagenower Kreisblatt

19. November 2017 | 04:18 Uhr

CDU : Zwischen Stärke und Machtlosigkeit

vom

In der kommenden Woche werden nun auch die beiden Kreisverbände der Christdemokraten per Parteitag auf Großkreisniveau gebracht. Das Gerangel um die wenigen wichtigen Positionen und Stühle hat schon längst begonnen.

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erstellt am 17.Nov.2011 | 07:15 Uhr

Wittenburg/Parchim | In der kommenden Woche werden nun auch die beiden Kreisverbände der Christdemokraten per Parteitag auf Großkreisniveau gebracht. Das Gerangel um die wenigen wichtigen Positionen und Stühle hat schon längst begonnen. Und so werden der Bundestagsabgeordnete Dietrich Monstadt und die frühere Landratskandidatin der CDU, Gudrun Stein, schon jetzt beim Landesparteitag beim Kampf um den Posten des Landesschatzmeisters gegeneinander antreten. Dabei geht es weniger darum, wer besser mit Zahlen und Ressourcen des Landesverbandes umgehen kann, sondern vielmehr um die Mitgliedschaft im Landesvorstand. Denn der befindet später einmal ganz wesentlich über die Zusammensetzung der Landesliste für die kommende Bundestagswahl.

Wie wichtig nun auch der neue Posten des Kreisvorsitzenden geworden ist, beweist die Tatsache, dass ihn mit Karin Strenz eine weitere Bundestagsabgeordnete anstrebt. Auch Dietrich Monstadt hat seine Kandidatur für diesen Posten bisher nicht abgesagt. Weil die Zahl der Kreisvorsitzenden von bisher 16 auf nunmehr acht reduziert werden soll, steigt zwangsläufig auch die Bedeutung dieser Wahlfunktion. Doch schon jetzt murrt die Basis immer vernehmlicher, bahnt sich ein Konflikt zwischen den Parteikollegen an, die von ihren Posten leben können und denen, die reine Amateure in der Politik bleiben.

Was den meisten nämlich fehlt, ist eine vernünftige und tiefgreifende Auswertung der vergangenen Wahlen.

Die Fakten: Im neuen Großkreis ist die SPD die stärkste Kraft. Die CDU, die zumindest im alten Kreis Ludwigslust die größte Fraktion stellte, hat an Bedeutung eingebüßt. Bei der Landratswahl konnte die CDU-Kandidatin Gudrun Stein den Landrat Rolf Christiansen zwar in eine Stichwahl zwingen, war dann aber chancenlos. Auch im Landtag sitzen mit Wolfgang Waldmüller und Maika Friemann-Jennert nur zwei CDU-Abgeordnete aus der Region. Die SPD ist da wesentlich stärker vertreten, die Linke gleich stark. Und als wäre das nicht genug, ist der CDU in den vergangenen Tagen bei der Wahl der Ausschüsse für den neuen Kreistag drastisch vor Augen geführt worden, wie machtlos sie ist. Bisher ist nicht ein einziger Ausschussvorsitz an sie gegangen. Stattdessen besetzt die SPD eine Schlüsselposition nach der anderen und kann sich dabei, wie bereits im Kreistag zu Ludwigslust erprobt, auf die Stimmgemeinschaft mit den Linken verlassen. Kurz vor der Vereinigung der beiden gleichstarken Mitgliederverbände der Christdemokraten stellen sich somit einige grundsätzliche Fragen.

Will die CDU auch weiterhin den Versuch starten, mit der SPD im Kreis zusammen zu arbeiten oder geht sie angesichts der offenkundigen Ausgrenzung in die Opposition?

Wer wird die neue Führungsfigur in der CDU auch mit Blick auf einen möglichen Landratskandidaten, wenn die Amtszeit von Rolf Christiansen abgelaufen ist? Wer hat die Kraft, die beiden doch sehr unterschiedlichen und an vielen Stellen zerstrittenen Kreisverbände zusammenzuführen? Und wie soll die in der Koalition mit der SPD gefesselte Landes-CDU unterstützt werden?

Karin Strenz traut sich das zu: "Mein Kreisvorstand hat mich einstimmig nominiert für das Amt der Kreisvorsitzenden im Großkreis. Er ist überzeugt davon, dass ich dieses Ehrenamt wirkungsvoll ausfüllen kann. Zur allgemeinen Erläuterung: Für die Ausübung dieses Amtes gibt es keinerlei finanzielle Zuwendung. Nach mehr als zehn Jahren Erfahrung in der Kommunal- und Landespolitik fühle ich mich insbesondere als gebürtige Lübzerin in Mecklenburg fest verwurzelt. Die wichtigste Aufgabe ist es, unsere beiden CDU-Kreisverbände in den nächsten Wochen und Monaten zusammenzuführen. Noch nie gab es Kreisverbände dieser Größe."

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