Ludwigslust - Parchim : Zwischen Lust und Leichtsinn

Die Zahl der Unfälle, an denen ein Motorradfahrer beteiligt ist, liegt im Frühling besonders hoch. Doch das ist nicht nur die Schuld der Biker, auch Autofahrer müssen wieder umdenken und sich auf die schnellen Zweiräder einstellen.
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Die Zahl der Unfälle, an denen ein Motorradfahrer beteiligt ist, liegt im Frühling besonders hoch. Doch das ist nicht nur die Schuld der Biker, auch Autofahrer müssen wieder umdenken und sich auf die schnellen Zweiräder einstellen.

Bikersaison beginnt: Hohes Unfallrisiko für Biker Bereits drei verletzte Kradfahrer in letzten vier Wochen

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04. April 2017, 21:00 Uhr

Die Temperaturen erklimmen derzeit jeden Tag mehr und mehr das Barometer im oberen Bereich, und schon holen die Biker ihre rollenden Schätzchen aus der Garage, dem Winterquartier oder lüften die Plane an. Weil ihre Saisonkennzeichen meistens vom 1. April an gelten, hat die eigentliche Biker-Saison längst begonnen. Die ersten Kurven sind bereits geräubert und allmählich gehört die schmale Silhouette der Motorradfahrer wieder zum Straßenbild. Für Autofahrer bedeutet der Frühlingsbeginn, dass sie jetzt vor allem auf kurvenreichen Strecken wieder mit Bikern rechnen müssen.

Das Risiko bei einem Verkehrsunfall getötet oder verletzt zu werden, sei als Fahrer eines Motorrades im Verhältnis zu Autounfällen ungleich hoch. Dabei sei es völlig unerheblich, wer den Verkehrsunfall verursacht habe. Mit den schwersten Unfallfolgen hätten in der Regel immer die motorisierten Zweiradfahrer zu rechnen, informiert der Leiter der Polizeiinspektion Ludwigslust, Hans-Peter Günzel. Physikalisch gesehen liege das in erster Linie an der fehlenden schützenden Hülle, die diese Fahrzeuge nicht besäßen. Die auftretende Energie bei einem Aufprall wirke somit im hohen Maße direkt auf den Fahrer beziehungsweise seinen Sozius.

„Leider fährt dieses Grundwissen nicht in den Köpfen aller Kradfahrer mit. Deutlich überhöhte Geschwindigkeit und riskante Kurvenfahrten hatten in der Vergangenheit nicht selten zu Unfällen mit katastrophalen Folgen geführt“, so der Polizeidirektor weiter.

Am 31. März war beispielsweise in Wittenburg ein 27-Jähriger mit einem Krad der Marke Simson am Steintor wahrscheinlich aus Unachtsamkeit auf einen verkehrsbedingt halten Pkw aufgefahren. Der Mopedfahrer stürzte und erlitt leichte Kopfverletzungen.

Bereits in der noch jungen Biker-Saison hätten sich in den letzten drei Wochen dieses Jahres auf den Straßen des Landkreises Ludwigslust-Parchim schon drei schwerwiegende Motorradunfälle ereignet, bei denen die Fahrer jeweils verletzt wurden. In zwei Fällen sogar schwer. Nicht immer seien die Zweiradfahrer Schuld an den Karambolagen gewesen. „Es muss den Motorradfahrern bewusst sein, dass sie durch vorausschauende und defensive Fahrweisen selbst folgenschwere Verkehrsunfälle verhindern können“, appelliert Günzel an die Fraktion der Biker aller Marken und Typen. Im Gegenzug seien aber auch Autofahrer aufgefordert, mehr Aufmerksamkeit walten zu lassen und Rücksicht auf motorisierte Zweiradfahrer zu nehmen, da Motorräder aufgrund ihre schmalen Silhouette auf den Straßen deutlich schwerer erkennbar seien als andere Kraftfahrzeuge.



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