zur Navigation springen
Hagenower Kreisblatt

19. November 2017 | 06:07 Uhr

Hagenow : Zweite Runde für Kreiszukunft

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Arbeiten am Kreisentwicklungskonzept Ludwigslust-Parchim 2030 gehen in diesem Jahr ins Finale: Kreistag beschließt endgültige Fassung

svz.de von
erstellt am 08.Feb.2017 | 07:00 Uhr

Im Grunde reifen jetzt die Ideen zahlloser Akteure zum Landkreis der Zukunft. Im vergangenen Jahr beteiligten sich an vier Regionalforen und einem Online-Dialogforum zum Kreisentwicklungskonzept 2030 (KEK) neben Experten viele Bürger (wir berichteten). In diesem Jahr wird es auf der Basis der Ideen weitergehen, bis Ende 2017 die Zukunft in die Hände des Kreistags gelegt wird.

Was haben die Menschen im Landkreis von so einem Stapel Papier? Ganz einfach: Sie geben den Kommunalpolitikern die Richtung vor und setzen Prioritäten, an denen auch ein künftiger Landrat nur schwer vorbeikommen könnte. Für die Zukunft möchte sich der Kreis noch besser aufstellen. An erster Stelle steht dabei das Problem der regionalen Ungleichheiten. Impulse und Anregungen für den Umgang mit Herausforderungen sollen aus dem Prozess des KEK resultieren. Zentrale Themen kristallisieren sich heraus: Wie können die positiven Entwicklungstendenzen gestärkt werden? Wo wollen wir 2030 stehen? Und wie gestalten wir den Weg dahin? Joachim Müller, Fachdienstleiter in der Kreisverwaltung: „Durch einen strukturierten Prozess mit vielfältigen Beteiligungsformaten kann jeder sich durch Fachgespräche, Workshops, Fachforen, Regionalforen und Online- Dialogforum ganz einfach beteiligen.“

Unterstützung kommt von CDU-Kreistags-Fraktionschef Wolfgang Waldmüller: „Das Entwicklungskonzept wurde auf Initiative der CDU auf den Weg gebracht. Es war und ist uns wichtig, einen Fahrplan für die Zukunft aufzustellen, vor allen Dingen ein Signal an die Bevölkerung zu setzen, wie sich der Kreis bis 2030 entwickeln soll. Die Bevölkerung muss sich dabei selbst mit einbringen können. Wer weiß, wohin es geht, fährt auch mit.“

Den letzten Stand des Konzepts bekamen jetzt die Mitglieder des Kreistags-Ausschusses für Verwaltungsmodernisierung und Kreisentwicklung erklärt. Um den Tourismusstandort attraktiver zu machen, müssen zum Beispiel die touristischen Angebote vernetzt und die Infrastruktur ausgebaut werden. Eine Strategie ist die „Stärkung des naturbezogenen Gesundheitstourismus“. Plau am See als unbestrittener Schwerpunkt des Tourismus im Landkreis gilt als Beispiel, wie man es richtig macht.

Wenig konkret wird das Konzept bei einem der zentralen Probleme eines Flächenkreises, dem Ärztemangel. „Verbesserung der ambulanten und stationären Versorgung“ – das ist ein Satz wie er seit Jahrzehnten in Parteiprogrammen steht und doch nichts verbessert hat. Aber noch ist ja ein Jahr Zeit, am KEK herumzudoktern.

Kommentar: "Rückbau Zukunft?" - von Udo Mitzlaff
Wenn sich nicht noch viel tut, wird das Kreisentwicklungskonzept zum Flop des Jahrzehnts. Wer sich eingemischt hat und sich nicht im Konzept wiederfindet, der mischt sich vielleicht nie wieder ein. Was sollen denn Floskeln wie „Förderung der E-Mobilität“, die gleich mehrfach auftauchen? Oder die Verhöhnung der finanzstrangulierten Gemeinden: „Erhöhung des Handlungs- und Gestaltungsspielraums der Kommunen“. Und denn das: „Verträgliche und ausgeglichene Gestaltung von Rückbau“. So soll Zukunft aussehen? Oder: „Ehrliche Diskussion über die Erreichbarkeit von allen Gemeinden“. Im Klartext: Nicht überall hält der Bus. Das Konzept hätte nur eine Chance, wenn es Lösungen aufzeigt und nicht den Rückbau des Gemeinwesens legitimiert.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen