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Gezielte Sprachförderung der Kinder in Hagenower Kita "Matroschka" : Zunge zeigen ist hier sehr erwünscht

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Seit einigen Wochen befasst sich Juliane Rathke als Sprachförderkraft in der Hagenower Kindertagesstätte "Matroschka" mit Mädchen und Jungen, um ihre Sprachkompetenz zu entwickeln.

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erstellt am 23.Nov.2011 | 09:58 Uhr

Hagenow | Die Spraydose macht "sch, sch, sch", der Hammer "bum, bum, bum", und die Biene "summmm, summmm, summmm". Was im ersten Moment aussieht wie Spaß, und sich auch so anhört, hat einen tieferen Sinn. Seit einigen Wochen befasst sich Juliane Rathke als Sprachförderkraft in der Hagenower Kindertagesstätte "Matroschka" mit Mädchen und Jungen, um ihre Sprachkompetenz zu entwickeln.

"Wenn die Kinder von der Krippe in den Kindergarten wechseln, stellen wir fest, dass es teilweise sehr große Unterschiede in der sprachlichen Entwicklung gibt. Hier ist der Ansatzpunkt für unser neues Vorhaben, das wir umsetzen. Seit dem 1. Juli beteiligen wir uns an einem interessanten Projekt des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Unter dem Namen ,Frühe Chancen, Kita, Sprachen, Integration’ (siehe Logo). Insbesondere geht es darum, die Sprachkompetenz der Kinder zu steigern, ihnen also möglichst viele Sprachanregungen zu geben, dabei auch die Eltern und die Erzieher unserer Einrichtung fit zu machen auf dem Gebiet der Förderung der Sprachkompetenz", sagt die Leiterin der Einrichtung, Karin Lockau.

Sprachförderung für Kinder im Alter bis zu sechs Jahren

Dieses Projekt bezieht sich auf die Kinder im Alter bis zu sechs Jahren und läuft bis zum Jahr 2014. In der Matroschka-Kita sind das also 201 Mädchen und Jungen, die für die Sprachförderung in Frage kommen.

Vor Ort in der Möllner Straße kümmert sich Juliane Rathke als Sprachförderkraft um die Umsetzung. Sie ist speziell ausgebildet, und die Sprachförderung erfolgt dabei integriert in den Alltag der Kinder ebenso wie speziell in einem extra dafür eingerichteten Sprachraum, wo die Plauderkiste zum Einsatz kommt. Sprachförderkraft Juliane Rathke ist gleichsam Erzieherin in der Einrichtung, sie kennt die Kinder und ihre Sprachfähigkeiten. Die Eltern sind in den Prozess der Sprachförderung mit eingebunden.

"Wenn ich in die Gruppen gehe, weiß ich von den Erziehern, dass die Eltern sehr wissbegierig sind, sie fragen bei ihren Kindern nach und sprechen auch mit den Erziehern darüber. Das ist wichtig, um ein gemeinsames Vorgehen zu gewährleisten", sagt sie.

Als einen Schwerpunkt in diesem Vorhaben sieht das Team um Karin Lockau die Förderung der Sprachkompetenz von Kindern mit Migrationshintergrund, immerhin trifft das auf 20 Prozent der Kinder in der Einrichtung zu, die meisten kommen aus den ehemaligen Sowjetrepubliken.

"Wir meinen damit Kinder, die die deutsche Sprache als Zweitsprache erlernen. Wir wollen uns Zeit nehmen, um ihnen intensiv möglichst viele Sprachanregungen zu geben", erläutert die Leiterin weiter. Logopädin Ariane Wojak begleitet in der Kita den Prozess der Sprachförderung. "Juliane Rathke und ich hatten uns in den vergangenen Wochen mit den Eltern befasst, auf Elternabenden sprachen wir mit ihnen über das Projekt und differenzierten dabei zwischen Sprachförderung und Logopädie. Also, wenn es um offensichtliche Sprachdefizite bei Kindern geht, sind nämlich die Eltern gefragt, weil das über den Rahmen der Sprachförderung hinaus geht. Und wir haben die Erzieher im Team der Kita auf diesem Gebiet weitergebildet. Ich stehe der Sprachförderkraft hier in der Einrichtung fachlich zur Seite", sagt Ariane Wojak.

Kita-Leiterin Karin Lokau legt Wert darauf, dass in ihrer Einrichtung das Sprachprojekt für alle Kinder bis zu sechs Jahren gedacht ist. Wenn sich daraus spezielle Fälle heraus kristallisieren, wird den Eltern empfohlen, einen Logopäden aufzusuchen.

"Wir machen Sprachförderung, die Logopädin therapiert. Das ist der Unterschied", so Karin Lockau, und sie nennt ihre Schwerpunkte. "Wir arbeiten am Wortschatz, am Sprachverständnis, es geht um die Zweisprachigkeit, die wir fördern, es geht um die Mundmotorik, und um Kommunikationsregeln."

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