Gallin : Zum Wachstum verdammt

Schon jetzt gehören zum Unternehmen  „DS-Produkte“ riesige Lagerhallen mit Tausenden Stellplätzen. Fotos: Pohle
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Schon jetzt gehören zum Unternehmen „DS-Produkte“ riesige Lagerhallen mit Tausenden Stellplätzen. Fotos: Pohle

Firma DS-Produkte nutzt Ministerbesuch zu offenen Gespräch / Vorteil östlicher Gewerbegebiete schrumpft im harten Wettbewerb

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17. Juli 2014, 10:30 Uhr

Mehr als 5000 Pakete verlassen täglich das Logistikzentrum unter dem vielen Bürgern in der Region immer noch unbekannten Namen „DS-Produkte“. Bereits 2016 sollen es 8000 Pakete sowie 1000 Paletten am Tag sein. Ohne bis zu drei weitere Hallen und ohne eine drastische Erweiterung des Hochregallagers um weitere 25 000 Palettenplätze ist das undenkbar. Das Problem: Die Firma am Heisterbusch hat formal gar keinen Platz mehr für Erweiterungen. Dort, wo die neuen Hallen gebaut werden könnten, ist derzeit der Megapark zu Ende, gibt es eine grüne Idylle. Wenn der Logistiker in Gallin weiter wachsen soll, muss es schnell gehen. Ohne politische Hilfe ist das undenkbar. Und so kam der Sommerbesuch von Minister Christian Pegel der Geschäftsführung wie gerufen. Pegel ist nicht nur für die Verkehrsinfrastruktur im Land zuständig, er ist auch oberster Landesentwickler. Und Pegel hörte genau hin, als ihm Hanno Hagemann, geschäftsführender Gesellschafter bei DS-Produkte, reinen Wein einschenkte. In den kommenden Monaten werde sich entscheiden, wie richtig die Entscheidung für Gallin als Standort gewesen sei. Die Erweiterung müsse schon schnell vor sich gehen. Der Vorsprung, den das Gewerbegebiet in MV gegenüber denen im Hamburger Umland habe, schrumpfe. „Die Grundstücke bekommen wir in Stapelfeld inzwischen zum gleichen Preis. Die Vorteile hier liegen bei der noch vorhandenen Förderung und der Schnelligkeit der Behörden“, erklärte Hagemann und lobte ausdrücklich den Landkreis. Der Nachteil: Gallin liegt weiter vom Hamburger Hafen entfernt, von dem nun einmal fast alle Container kommen. Pro Tag kämen bei geschätzt 50 Lkw so schnell Mehrkosten von einigen Tausend Euro zusammen, die ausgeglichen werden müssten. Den Vorteil, über viele Arbeitskräfte zu verfügen, den hat Mecklenburg-Vorpommern nicht mehr. Auch für Logistiker wird es immer schwieriger, geeignete Leute zu finden. Aktuell arbeiten bei DS-Produkte 170 Mitarbeiter. Mit der neuen Halle sollen weitere 40 hinzukommen. Und das soll noch lange nicht das Ende sein.

Hauptursache für den Druck ist der Versandhandel, in den auch DS groß eingestiegen ist. Vor allem das direkte Kundengeschäft und die teilweise Auftragsabwicklung für Internetriesen haben zu dem fast explosionsartigen Wachstum beigetragen.

Und Minister Pegel? Der hörte sehr genau zu, ließ sich die Geschäftsbereiche erklären und signalisierte Unterstützung in Zusammenarbeit mit dem Landkreis. Für das komplizierte Erweiterungsprojekt in Gallin wird aber auch Landwirtschafts- und Umweltminister Till Backhaus eingebunden werden müssen.

In den kommenden Wochen wird das Unternehmen erst einmal seine dritte große Halle fertig stellen und in Betrieb nehmen.

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