Konzerte : Zum Geburtstag ein „pasticcio“

Thomas Pietsch, Menno van Delft und Dagmar Lübking (v.l.n.r.) musizierten zu Ehren von CPE Bach.
Thomas Pietsch, Menno van Delft und Dagmar Lübking (v.l.n.r.) musizierten zu Ehren von CPE Bach.

Konzert in Konau und in der Kirche in Stapel zum 300. Geburtstag von Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788)

svz.de von
01. Juli 2014, 14:07 Uhr

Einmal pro Spielzeit von KONAU 25 kommen die Liebhaber der Alten Musik voll auf ihre Kosten: Am vergangenen Sonnabend wurde mit gleich zwei Konzerten an zwei verschiedenen Spielorten der 300. Geburtstag von Carl Philipp Emanuel Bach (1714 – 1788) gefeiert. Die Hamburger Organistin Dagmar Lübking begeisterte ihre Zuhörer mit einem Orgelkonzert in der Marienkirche zu Stapel und direkt im Anschluss waren im Veranstaltungssaal am Konauer Elbdeich Thomas Pietsch (Barockvioline) und Menno van Delft (Cembalo) mit kammermusikalischen Werken zu Gast.

Ein Allroundtalent in Sachen Musik ist Carl Philipp Emanuel Bach gewesen, ein unglaublich produktiver Komponist nahezu aller Gattungen, von der Kirchenmusik bis hin zu sinfonischen Werken, Hofcembalist von Friedrich dem Großen und städtischer Musikdirektor der Hansestadt Hamburg, Familienvater und Autor eines bahnbrechenden Lehrbuches zur Musizierpraxis am Klavier, erfolgreicher Geschäftsmann und Verleger und zu seinen Lebzeiten wesentlich berühmter als sein Vater Johann Sebastian.

Zum Konauer Ständchen erklangen nicht nur Stücke des vielseitigen Geburtstagskindes, sondern auch von Arbeitskollegen und Freunden aus seiner Hamburger Zeit. „Wir haben unser heutiges Programm nach der Art eines 'pasticcio' – italienisch für Pastete - zusammengestellt, ein im 18. Jahrhundert übliches Verfahren, Werke verschiedener Komponisten zu kombinieren“, erklärte Thomas Pietsch bevor er gemeinsam mit Menno van Delft das Publikum in die Klangwelt von Georg Philipp Telemann, Georg Friedrich Händel, Carl Philipp Emanuel und seinem Vater Johann Sebastian Bach entführte.

Die Zutaten zu dieser „musikalischen Pastete“ der zwei international gefragten Originalklangspezialisten waren wahrhaft erlesen und mit so manch charmanter und erläuternder Anekdote zum Komponistenalltag gewürzt. Eine ausgefallene – weil selten zu hörende – Zutat verbarg sich in Menno van Delfts Cembalo: Ein mit Leder bezogener Holzstab, der die Saiten dämpft und so dem Tasteninstrument die Klangfarbe einer gezupften Laute für besonders zarte und intime Passagen verleiht. Gerne ließen sich die Zuhörer - natürlich erst nach dem gewünschten „Nachtisch“ in Form von mehreren Zugaben - von den Künstlern die Instrumente und deren Funktionsweisen erklären.



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